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Gesang in der Schrift – Teil 4: Christus … Alles, und in Allem

Ostern ist das Fest des Sieges unseres HERRN! Es macht Christus zum Zentrum der Geschichte, des Heilsgeschehens Gottes und unseres Lebens. Er ist wirklich „Alles in Allem“. In den letzten Wochen zitierte ich häufig aus dem Blog von Ron Man. Es war ein bisschen Bibelkunde für Musiker. Bibelgrundlagen für Lobpreisleiter, sozusagen. Im ersten Teil dachten wir darüber nach, warum Gesang überhaupt ein regelmäßiger Bestandteil unserer Gottesdienste ist. Dann blickten wir auf das Lied von Jesus. Im 3. Teil ging es um sieben Aspekte der Ziele für unsere Lieder. In diesem nun letzten Beitrag der vierteiligen Reihe „Gesang in der Schrift“ nimmt Ron Man noch einmal das Zentrum unseres Gesangs in den Blick – Jesus … Alles, und in Allem.

1. Christus, sein Wort und unser Lied

Kolosser 3,16-17 zeigt natürlich deutliche Ähnlichkeiten zu Epheser 5,19. Besonders die Erwähnung von Psalmen, Hymnen und geistlichen Liedern. Aber der Text bietet auch einige einzigartige Perspektiven für unser gemeinsames Leben und die Anbetung.

DER KONTEXT: LEBEN IN CHRISTUS

Das Wort des Christus wohne reichlich in euch;
in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig!
Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern
singt Gott in euren Herzen in Gnade!

Himmlische Perspektive

Paulus fordert die Gläubigen in Kolossä (und uns) auf, mit einer himmlischen Perspektive zu leben.

  • So wie es der Stellung in Christus entspricht (3,1-3);
  • Weltliche Lebensweisen abzulehnen (3,5-9);
  • und die Neuheit des Lebens widerzuspiegeln, die sie in Christus haben (3,10).
  • Ihre neue Identität in Christus gibt ihnen eine Einheit in Christus, die die menschlichen Kategorien (Grieche/Jude; beschnitten/unbeschnitten; Barbar/Skythen; Sklave/Freier; 3,11) aufhebt. All diese Unterscheidungen sind jetzt bedeutungslos, weil sie in Christus sind und Christus gehören: Er ist ihr Alles, der Grund ihres Seins und die Fülle ihrer neuen Existenz.

Göttliche Eigenschaften

Obwohl sie auserwählt, heilig und geliebt (3,13) sind, wird das Ausleben dieser Realität als geeinte Gemeinde (der eine Leib, in den sie in Christus berufen wurden, 3,15b) eine Reihe verschiedener Eigenschaften erfordern die, wenn sie von Natur aus vorhanden wären, Paulus nicht zu befehlen bräuchte (3,13-15):

  • Mitgefühl
  • Freundlichkeit
  • Demut
  • Sanftmut
  • Geduld
  • gegenseitige Nachsicht
  • Vergebung und Liebe
  • Dankbarkeit

Der Friede, der nur in und durch Christus zu finden ist, muss in ihrer Mitte herrschen. Nur so kann eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von erlösten Sündern in der Lage sein, in Einheit zu leben und zu funktionieren, wie Gott es beabsichtigt (3,15a).

DIE HERAUSFORDERUNG: EINHEIT IN CHRISTUS

Diese gemeinsame Einheit wird nur zustande kommen, wenn das Wort Christi reichlich in ihnen wohnen darf.

Paulus ist nicht bereit, sich mit einer halbherzigen gemeinschaftlichen Versammlung zu begnügen: Seine Befehle sind voller Superlative. Sie alle sind in dem einen Superlativ begründet: Christus alles und in allem als Grundlage ihrer Einheit.

Diese Ermahnungen beinhalten:

  1. dass die Kolosser die Liebe als das vollkommene Band der Einheit zeigen (14);
  2. die Notwendigkeit der absoluten Herrschaft Christi in ihrer Mitte (15);
  3. dass das Wort Christi reichlich unter ihnen wohnt (16a);
  4. dass sie alle Weisheit zu ihrer gegenseitigen Erbauung einsetzen (16b);
  5. und dass tatsächlich alles, was sie tun, verbal oder aktiv, alles (Paulus selbst wiederholt den Ausdruck) im Namen des Herrn Jesus getan wird (17) – das heißt, auf seine Weise, gemäß seiner Kraft und in Anerkennung der Herrschaft Christi, von der Paulus bereits gesprochen hat.

DER AUFRUF: ANBETUNG DURCH CHRISTUS

Es ist sicher kein Zufall, dass Paulus in diesem Zusammenhang, wo er zu dieser Art von Einheit in der Gemeinde aufruft, den Gesang hervorhebt.

Denn der gemeinsame Gesang ist ideal geeignet, um die Einheit in der Vielfalt, die den Leib Christi kennzeichnen soll, zu veranschaulichen und auszudrücken: viele verschiedene Stimmen (unterschiedliche Tonlagen, Klangqualitäten usw.), die jedoch in einem harmonischen Chor des Lobes Gottes vereint sind, der gewiss mehr ist als die Summe der Teile.

Das Wort Christi

Es ist auch von großer Bedeutung, dass Paulus diesen Gesang als eine würdige Leitung und Widerspiegelung des „Wortes Christi“ bezeichnet, das in der Mitte der Gemeinde wohnt.

Das Wort Christi sollte als etwas viel Dynamischeres verstanden werden als nur ein Wort über Christus. Es deutet vielmehr darauf hin, dass Christus selbst durch sein Wort und mittels menschlicher Prediger, Lehrer, Leser und Musiker weiterhin zu uns spricht.

Christus selbst soll gehört werden, und zwar durch die Lesungen, durch die Predigt und durch Lieder, die die biblische Wahrheit genau vermitteln.

Reichlich wohnen

Christi Wort soll unter ihnen wohnen, und zwar reichlich: Es soll nicht nur ein- oder zweimal während des Gottesdienstes auftauchen. Vielmehr sollte der gesamte Kontext und Inhalt des Gottesdienstes wortzentriert und wortgefüllt sein.

Es ist diese reiche Wortzentriertheit, die sogar unser Singen zu einer reichen Quelle der Lehre und Ermahnung und Weisheit machen wird.

In Vielfalt

Und so vielfältig wie der Leib Christi in seiner Zusammensetzung ist, so vielfältig sollten auch die gemeinsam gesungenen Lieder sein. Daher sagt Paulus, dass unsere musikalische Nahrung in der Gemeinde das beinhalten soll, was er als Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder bezeichnet.

Es ist viel Energie und Tinte darauf verwandt worden, diese Kategorien von Liedern schlüssig zu beschreiben, ohne dass ein wirklicher Konsens erreicht wurde. Eine sichere Schlussfolgerung kann jedoch getrost gezogen werden: Paulus betont, dass verschiedene Arten von Liedern angebracht sind.

Wir uns vorstellen, dass Paulus in der kolossischen Gemeinde dazu auffordert, die Musikformen der verschiedenen Gruppen aus Vers 11 zu berücksichtigen.

Im Namen Jesu

Vor allem besteht Paulus darauf, dass alle Handlungen und Worte der Anbetung im Namen unseres Herrn Jesus geschehen sollen (17).

Auch das ist eine Perspektive, die viel aktiver und dynamischer ist, als wir manchmal anerkennen. Sie geht viel tiefer als das bloße Anheften des Namens Jesu in der Hoffnung, dadurch eine zusätzliche geistliche Wirkung oder Wirksamkeit zu erzielen.

Vielmehr bedeutet das, was wir im Namen Jesu etwas tun. Wir erkennen und anerkennen sein fortwährendes Mittlerwerk das uns allein den Zugang zum Vater gewährt. Wir danken Gott, dem Vater, durch ihn.

Unsere Aktivitäten der Anbetung, mit all ihren Unvollkommenheiten und gemischten Motiven, werden von Christus zusammengefasst und vervollkommnet und dem Vater dargebracht. Er bekleidet sie mit seiner Gerechtigkeit und bringt sie dar als Teil seiner vollkommenen Opfergabe der Anbetung.

Und in dem Maße, wie wir zulassen, dass unsere Worte vom Wort Christi geformt und durchdrungen werden, werden sie passende Instrumente des Lobpreises sein – so wie der Sohn in und durch uns spricht, zur Ehre des Vaters,

2. Christus: Alles, und Allem

Christus unser Alles, Christus unsere Anbetung, Christus unser Mittler und Hohepriester, Christus unser Friede, Christus unser sicheres Wort, das in unsere Anbetung hineingesprochen wird. Wie sehr erinnert das an die bekannten Worte, die Patrick von Irland zugeschrieben werden:

Christus sei mit mir, Christus in mir,
Christus hinter mir, Christus vor mir,
Christus zu meiner Rechten, Christus zu meiner Linken,
Christus, wenn ich mich hinlege,
Christus, wenn ich mich setze,
Christus, wenn ich aufstehe,
Christus im Herzen eines jeden, der an mich denkt,
Christus im Mund eines jeden, der von mir spricht,
Christus in jedem Auge, das mich sieht,
Christus in jedem Ohr, das mich hört.

 

Hier geht es zu den vorherigen Beiträgen:

Teil 1
Teil 2
Teil 3

https://drive.google.com/file/d/0BwaanPllB9oEcjJtYVpQQUJQNk0/edit

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