Perfekter Gott = Perfekte Musik?

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Wenn Gott vollkommen ist, sollte dann nicht auch die Musik, die wir für ihn machen, perfekt sein? Sollte ich als Lobpreisleiter oder Gemeindemusiker immer nach Perfektion streben?   Seit einiger Zeit […]

Wenn Gott vollkommen ist, sollte dann nicht auch die Musik, die wir für ihn machen, perfekt sein? Sollte ich als Lobpreisleiter oder Gemeindemusiker immer nach Perfektion streben?  

Seit einiger Zeit schreibe und veröffentliche ich christliche Musik, um durch meinen Dienst Menschen zu erreichen und Gott zu ehren. Nachdem ich meine ersten Lieder veröffentlicht hatte, wurde der Drang, alles perfekt zu machen, immer größer. Heute verstauben mehr als zehn unfertige Projekte in einem Ordner auf meinem PC – und werden vermutlich nie fertig.  

Ich habe versucht, jede Note makellos klingen zu lassen. Das Ergebnis war: Nichts wurde mehr veröffentlicht. Doch wer kann wirklich perfekte Musik erschaffen, ohne technische Hilfsmittel? 

Perfektionismus: Fluch statt Segen

Auf den ersten Blick scheint Perfektionismus eine gute Eigenschaft zu sein. Schließlich wollen wir unsere Arbeit nicht halbherzig erledigen, sondern unser Bestes geben. Doch dieser Drang nach Perfektion kann zu einem der größten Hindernisse werden, wenn es darum geht, Gott zu dienen.  

Außerdem, hat der Perfektionist Probleme, mit seinen Fehlern umzugehen, denn seine hohen Erwartungen erlauben ihm keine Fehler. Wenn Fehler geschehen, dann sinkt sein Selbstbewusstsein und er traut sich noch weniger etwas zu machen.

Perfekt sein ist unmöglich

Die Vorstellung, dass wir etwas perfekt machen könnten, ist eine Illusion. Wir sind Menschen, keine Maschinen, die programmiert werden können, um fehlerfrei zu arbeiten.  

Solange wir auf dieser Erde leben ist unser geistliches Leben nicht perfekt. Wie sollten dann unsere Fähigkeiten fehlerlos sein? Die Bibel erinnert uns daran: „Wenn wir sagen, wir hätten keine Sünde, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns“ (1. Johannes 1,8).  

Perfektionismus basiert auf unrealistischen Erwartungen an uns selbst. Wir glauben, perfekt sein zu müssen, und setzen uns damit unter Druck, etwas zu leisten, das unmöglich ist. 

Perfektionismus als Hindernis im Musikdienst

Ein Musiker beschließt, Musik zur Ehre Gottes zu machen, und investiert viel Zeit, um jedes Detail zu perfektionieren. Doch am Ende wird die Musik nie fertig, weil der perfekte Zustand unerreichbar bleibt.  

Ein anderer Musiker hingegen sagt: „Ich habe mein Bestes gegeben. Es ist nicht perfekt, aber es ist gut.“ Er bringt sein Werk ein – und dient Gott damit.  

Der Perfektionist hingegen hält seine Arbeit zurück. Die Zeit, die er investiert hat, bleibt ungenutzt, weil er nichts abschließt. Und genau das freut den Widersacher: Gottes Diener sind blockiert und können ihre Gaben nicht einsetzen.  

Das Herz zählt mehr als das Werk

Die Menschen schauen auf das Äußere, doch Gott sieht auf das Herz vgl. (1. Samuel 16,7). Ihm ist es egal, wie perfekt deine Musik klingt, solange dein Herz auf ihn ausgerichtet ist.  

In Amos 5,23-24 kritisiert Gott das Volk Israel, das zwar Lieder singt, aber nicht mit ihm im Reinen ist. Die Herzenseinstellung zählt – nicht die Qualität des Werkes. Wenn du dich auf dein Herz und deine Beziehung zu Gott konzentrierst, wird dein Dienst zu seiner Ehre wohlgefällig sein.  

Wie man Perfektionismus überwindet

1. Erkenne deine Grenzen.

Der erste Schritt ist, dir einzugestehen, dass du nicht perfekt bist. Das ist keine Schwäche, sondern die Wahrheit. Die Bibel sagt: „Wer behauptet, ohne Sünde zu sein, macht Gott zum Lügner“ (vgl. 1. Johannes 1,10).  

2. Bitte um ein klares Gottesbild.

Bete darum, Gott besser zu verstehen. Er verlangt keine perfekten Werke, sondern ein aufrichtiges Herz. 

3. Schließe deine Projekte ab.

Hör auf, Perfektion zu erwarten. Es ist besser, ein Werk zu vollenden und einzubringen, als gar nichts zu tun.  

Fazit: Diene mit dem, was du hast

Perfektionismus ist ein Hindernis, das uns davon abhält, Gott und anderen zu dienen. Gott freut sich über jedes Werk, das aus einem aufrichtigen Herzen kommt – auch wenn es nicht perfekt ist.  

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