„Wie ein Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so sehn’ ich mich Herrn nach Dir.“
Das ist der erste Satz in einem Lied, welches bei mir in der Jugend sehr gerne gesungen wurde. Die
Frage die sich mir allerdings beim singen dieses Liedes stellt ist: „Sehne ich mich wirklich so sehr nach
dem Herrn, oder bin ich auch dann zufrieden, wenn ich einfach ein paar christliche Lieder singen kann
und mit meinen Christlichen Freunden Gemeinschaft haben kann?“ Wie sehr sehne ich mich nach Gott,
wie sehr liebe ich ihn und wie sehr dürstet es mich nach der Gemeinschaft mit IHM?
In der Jugendgruppe
Ich habe es immer sehr genossen in unsere Jugendgruppe zu gehen. Wir hatten immer eine gute
Gemeinschaft, konnten uns über verschiedenste Themen austauschen und konnten uns gegenseitig
ermutigen und zusammen musizieren. Eines meiner Lieblingslieder war das Lied „Wie ein Hirsch lechzt
nach frischem Wasser.“ Weiter geht der Text: „so sehn ich mich Herr nach dir. Aus der Tiefe meines
Herzens bete ich dich an o HERR.“ Dieses Lied hat eine schöne Melodie und uns als Jungs hat es immer
sehr amüsiert ein Lied über einen Hirsch zu singen. Mir war jedoch nicht bewusst welch große Rolle
dieses Lied in meinem Leben spielen würde. Hatte ich damals wirklich eine Sehnsucht nach Gott?
Glaube auf die Probe gestellt
Für viele Menschen, mich eingeschlossen, war das Christenleben ein elementarer Bestandteil in ihrem
Leben. Sie gehen sonntags in die Kirche, sie genießen die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen,
machen Musik zusammen und tauschen sich untereinander aus. Für mich war das seit meiner Kindheit Alltag. Dieses Leben funktioniert für einen Christen solange gut bis sein Glauben auf die Probe
gestellt wird. Für mich war das dieses Jahr der Fall. Nachdem ich nun 2 Jahre bekehrt war wollte ich für
mich und meinen Glauben den nächsten Schritt machen und habe mich an einer Bibelschule eingeschrieben um mehr darüber zu erfahren. Allerdings funktioniert Glaube nicht so wie ein gewöhnliches Studium bei dem man durch einfache Wissensanhäufungen besser wird. Glaube ist viel mehr Beziehung zu seinem Schöpfer zu leben. Es beinhaltet die aktive fortwährende Kommunikation mit Gott und ein Leben welches auf die Offenbarungen Gottes aus seinem Wort reagiert.
Dieses Konzept kann auch als Anbetung verstanden werden. Gott befähigt mich auf seine Offenbarungen so
zu antworten wie es ihm wohlgefällig ist. Ist diese Kommunikation mit einem Hochgefühl verbunden
fällt es uns einfach das anzunehmen und auch weiterzugeben. Für mich war das sehr oft der Fall, dass
ich durch solche Hochgefühle Gottes Nähe besonders gespürt habe und dass ich meine
Gottesbeziehung nur von diesem Gefühl abhängig gemacht habe.
Dementsprechend ist man aber auch sehr Gefühlsabhängig. Und sollte dieses Hochgefühl einmal
aussetzen kann die Gottesbeziehung sehr darunter leiden.
Psalm 42
König David beschreibt in Psalm 42 genau diese Situation mit einem Hirsch. Dieser lechzt nach frischem Wasser wie seine Seele nach Gott. Ein Hirsch ist nicht dumm. Er weiß ganz genau wo er Wasser finden kann um seinen Durst zu stillen. Deshalb
begibt er sich normalerweise immer an die Orte zum trinken wo er weiß, dass er Wasser bekommen
wird. Ist das nicht der Fall schreit er leidenschaftlich, weil er es nicht gewöhnt ist dort kein Wasser
zu finden.
Wo kann ich Gott finden?
Man ist es gewöhnt Gott immer da zu finden wo man ihn schon erlebt hat. Vielleicht in der Gemeinschaft
mit anderen Christen oder in einer besonders emotionalen Lobpreiszeit. Was wenn aber diese
emotionalen Begebenheiten abnehmen? Ist unsere Gottesbeziehung so, dass wir leidenschaftlich nach
Gott rufen und nach ihm suchen? Oder flacht dann unsere Beziehung ab? Die Frage die sich hier jedoch
automatisch stellt ist: „Wo kann ich denn Gott finden, wenn er nicht da ist wo ich es gewohnt war?“ Die
Antwort ist so einfach wie auch bewegend. „In Jesus und in seinem Wort“. Jesus spricht zu der Frau am
Brunnen, dass er Worte des lebendigen Wassers hat und das jeder der von diesem Wasser trinken wird
nie mehr dürsten wird. Und diese Worte finden wir in der Bibel. Auch in Zeiten wenn wir uns emotional nicht dazu in der Lage sehen Gott anzubeten, dürfen wir uns darauf verlassen, dass wir ihm in seinem
Wort, also der Bibel, begegnen können und er unseren Durst nach dieser Beziehung stillen mag.
Das muss nicht immer sehr emotional sein, es kann auch ein einfaches und schlichtes Gebet sein durch
das wir mit Gott kommunizieren können. Gott möchte diese Beziehung zu uns und er will diese
Beziehung auch stärken. Es soll nicht nur unter den allerbesten Umständen funktionieren, sondern
auch unter schwierigeren. Die oben genannten guten Zeiten oder gute emotionale Erinnerungen
dienen als Anker und als Erinnerung daran, was wir schonmal mit Gott erlebt haben. Allerdings ist das
nicht alles was diese Beziehung ausmacht. Manchmal ist es auch einfach nur das Rufen nach Gott und
das erwarten seiner Antwort dort wo er gesagt hat, dass er sich finden lassen will.
Rufe nach Gott
Abschließend möchte ich dich fragen ob du nur aus Erlebnissen und guten Erinnerungen lebst oder
aus einer aktiven Kommunikation mit Gott? Rufst du nach Gott auch wenn du ihn manchmal nicht so
emotional erlebst wie du es schon einmal erlebt hast? Suchst du dann weiter dort wo er gesagt hat wo
er sich finden lassen will oder resignierst du bei der ersten „nicht-emotionalen“ Phase?
In Matthäus 7,8 steht: „… wer suchet der findet…“ Suchst du nach Gott und bittest ihn sich von dir
finden zu lassen auch wenn die Emotionen mal nicht die pure Begeisterung ausmachen?
Gott segne dich bei deiner Suche nach IHM… ER will sich finden lassen.

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