Anbetung – Mehr als nur ein Musikstil?

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Mit dem Wort Anbetung verbinden viele Menschen eben genau das, einen Musikstil. Sie denken gleich an die Anbetungslieder in der Kirche. Die älteren Menschen mögen es eher klassisch, wobei die […]

Mit dem Wort Anbetung verbinden viele Menschen eben genau das, einen Musikstil. Sie denken gleich an die Anbetungslieder in der Kirche. Die älteren Menschen mögen es eher klassisch, wobei die jüngere Generation diese Lieder zum Einschlafen findet und am liebsten nur die neuesten Hits à la Hillsong und Bethel singen würde. Vor einigen Jahren dachte ich noch genauso, was unter anderem dazu führte, dass ich meine Heimatgemeinde verließ.

Auf der Suche nach der richtigen Anbetungsform

Als ich vor einigen Jahren aus meinem dörflichen Umfeld in die Großstadt, nach Frankfurt am Main, zog, lernte ich zum ersten Mal andere Kirchen und ihre Art Gottesdienst zu feiern, kennen. Besonders die Lobpreis- und Anbetungszeit gefiel mir sehr. Sie war viel lebendiger und moderner, als ich es aus dem baptistischen Kontext kannte, in dem ich groß geworden bin. 

Nach wenigen Jahren zog es mich allerdings wieder zurück zur Familie, wo ich dann auch wieder in meine Heimatgemeinde ging. Doch es fühlte sich nicht mehr passend an. Es wurden immer noch dieselben alten Lieder gesungen und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich Gott in dieser Atmosphäre richtig anbeten konnte.

Und so machte ich mich auf die Suche, nach einer passenden und modernen Kirche. Einer Kirche, die meinen Ansprüchen gerecht wurde.

Ich landete zunächst bei Hillsong, fasziniert vom äußeren modernen Erscheinungsbild. Doch mit der Zeit merkte ich, dass ich mich nach mehr sehnte. Mehr bibeltreue Lehre und weniger Show. 

Korrektur einer falschen Herzenseinstellung

Nach einem weiteren Umweg rief mich Gott schließlich zurück in meine Heimatgemeinde. Er machte mir deutlich, dass es nicht auf die Form der Anbetung ankommt, sondern auf meine persönliche Herzenseinstellung.

Ich verstand immer mehr, dass es hierbei nicht um mich geht, sondern darum Gott zu loben und IHM die Ehre zu geben. 

Dr. Gary Mathena beschreibt es treffend in seinem Buch Notwendig ist nur eines – Einführung in das Studium der Anbetung, dort heißt es: „Der auf der Bibel gegründete Anbeter kommt nicht in den Gottesdienst, um zu empfangen, sondern um zu geben.“ Anbetung sollte immer zum Wohlgefallen Gottes dienen und nicht zu unserem eigenen Vergnügen.

Wahre Anbetung

Wenn wir also in den Gottesdienst gehen, mit der Erwartung, dass wir etwas bekommen, anstatt uns zu fragen, wie wir etwas geben können, dann beten wir schlicht und einfach uns selbst an. Wir interessieren uns nur für unser eigenes Vergnügen.

Gott hat uns aus Liebe erschaffen und sich uns offenbart als ewig treuer, liebender, kreativer, transzendenter und souveräner Gott, und alles, was er möchte, ist, dass wir seine Herrlichkeit anerkennen und ihn anbeten. Anbetung ist nämlich die Reaktion auf seine Offenbarung.

 „Würdig bist du, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen! Denn du hast alle Dinge erschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie erschaffen.“ Offenbarung 4,11

In der Bibel wird immer wieder betont, dass wir Gott in Ehrfurcht begegnen und vor ihm niederknien sollten. 

„Kommt, lasst uns anbeten und uns niederwerfen, lasst uns knien vor dem Herrn, unseren Schöpfer!“ Psalm 95,6

„Erhebt den Herrn, unseren Gott, und werft euch nieder vor dem Schemel seiner Füße, er ist heilig!“ Psalm 99,5

„Betet den Herrn an in heiliger Pracht! Erzittert vor ihm, alle Welt!“ Psalm 96,9

Gott im Fokus

Diese Verse verdeutlichen noch einmal, wie herrlich und heilig unser Gott ist. Leider ist uns diese Erkenntnis und Ehrfurcht über Generationen hinweg verloren gegangen.

Liebe Geschwister, lasst uns unseren Fokus wieder von uns weg und hin zu Gott lenken. Lasst uns Gottes Nähe suchen, in seinem Wort forschen und ihn neu entdecken, so wie er wirklich ist.

Lasst uns lernen, wieder ehrfürchtig zu werden und Gott die Ehre zu geben, die Ihm gebührt. Er sehnt sich nach einer wahren, intimen Beziehung zu uns.

Lasst ihn uns nicht nur im Gottesdienst anbeten, sondern in jedem Aspekt unseres Lebens. Das ist das Mindeste, das wir tun können.

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  1. Comments

    Avatar von Ekkehard Bartel
    Ekkehard Bartel

    Jemand sagte letztens zur Eröffnung unseres Gottesdienstes in seiner Moderation: „Gott dient im Gottesdienst in erster Linie uns. Denn das hat er uns in seinem Wort so gesagt – er will unser Diener sein.“ Da war ich sehr erstaunt, dass unser Antrieb – in den Gottesdienst zu gehen – darin begründet ist, dass Gott uns dienen will. Gott will uns „beschenken“, aber das ist etwas anderes und das tut er nicht im „Belagerungszustand“. – Mir schien, da hat jemand das Wort „Gottes-Dienst“ wahrscheinlich missverstanden und den „Adressaten“ verwechselt. Wenn wir schon im Alltag viel zu oft vergessen, uns in einer Haltung der Demut und Dankbarkeit Gott zu nähern, finde ich es doppelt fragwürdig, dass wir auch im Gottesdienst wieder nur genussorientiert unterwegs sind – nach dem Motto: „Das haben wir uns verdient!“ Natürlich sind wir auch „Empfangende“, aber nicht in einer Form von Anspruchsdenken oder Genießer-Mentalität, sondern auf Knien. – Das hat mich vor einiger Zeit in einer MBG Gemeinde beeindruckt, dass es eine praktizierte Gebetshaltung (des knieenden Gebets) gibt, die wir in unseren Gemeinden vielfach verlernt haben… und die etwas ausdrückt… ”Forderndes Auftreten“ gilt in der Arbeitswelt als Tugend und „Türöffner“ – gegenüber Gott mit Sicherheit weniger. ☝️😎 Gerade deshalb finde ich diesen Beitrag zur Anbetung sehr gelungen, weil es eben um viel mehr geht, als nur um einen Musikstil.