Du bist alles wert

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Annika Handau Jesus ist es wert, dass ich ihm gebe, was mir kostbar ist.„Alles leg ich dir hin. Auch was mir teuer und kostbar ist.“, singen wir in dem Lied. […]

Annika Handau

Jesus ist es wert, dass ich ihm gebe, was mir kostbar ist.
„Alles leg ich dir hin. Auch was mir teuer und kostbar ist.“,
singen wir in dem Lied. „Nimm mein Herz“. Aber was bedeutet es konkret Jesus zu geben was mir kostbar ist?

In Markus 14:3-7 lesen wir die Geschichte einer Frau, die ihr Kostbares für Jesus gab:

„Und als er in Bethanien im Haus Simons des Aussätzigen war und zu Tisch saß, da kam eine Frau mit einem Alabasterfläschchen voll Salböl, echter, kostbarer Narde; und sie zerbrach das Alabasterfläschchen und goss es aus auf sein Haupt.“ (V. 3)

Auch was mir teuer und kostbar ist…

Mich fasziniert die Tat dieser Frau immer wieder.
Ich stelle mir vor, wie sie in diesem Raum aufsteht und auf Jesus zugeht. Sie schraubt das Fläschchen mit Öl nicht auf, sie zerbricht es. Offensichtlich wollte sie nicht nur einen Teil davon verwenden.
Sie gießt alles auf Jesus aus.

Wir erfahren später, dass das ausgegossene Öl 300 Denare wert war.
Das entspricht einem damaligen Jahreslohn eines Arbeiters (zum besseren Vergleich: Ein durchschnittlicher deutscher Jahreslohn liegt bei ca. 50.000 Euro). Diese Frau erkannte Jesus als würdig für dieses teure Geschenk.
Was für ein Akt der Liebe und Hingabe.

Bibelstellen wie Jesaja 53:5 erinnern mich daran, dass genau diese Hingabe die einzig angemessene Reaktion auf Jesus ist:

„Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.“

Ich komme zu derselben Schlussfolgerung wie die Frau, die über Jesus ihr Wertvollstes Öl ausgießt: Niemand ist so würdig wie er.

Ist es zu kostbar?

„Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen: Wozu ist diese Verschwendung des Salböls geschehen? Man hätte dies doch um mehr als 300 Denare verkaufen und den Armen geben können! Und sie murrten über sie.“ (V. 4-5)

Plötzlich kommt in der Geschichte eine kommerzielle Perspektive auf.
Die umherstehenden Menschen sind der Meinung, dass man das Öl besser hätte einsetzen können.

Monatelange Versorgung der Armen vs. einige Minuten der Würdigung Jesu.

Wenn man es vom reinen Mehrwert her betrachtet, könnte man die Tat der Frau auch als dumm und unüberlegt bewerten. Eigentlich eine reine Verschwendung. Oder?

Zwischenfrage

Was ist unser heutiges Öl? Wir befinden uns in Deutschland nicht in einer Kultur, in der wir jemandem zur Ehre Öl ausgießen.
Dennoch sind uns bestimmte Dinge wertvoll.

Öl = Zeit

Ich bin in meinem Leben darauf gekommen, dass mein Öl oft meine Zeit ist.
Unter keinen Umständen möchte ich sie verschwenden, sondern sie effektiv nutzen.

In meinem Dienst im Musikbereich fiel mir das in den vergangenen Jahren besonders auf.
Als ich mit dem Lobpreisdienst begann, bereitete ich mich oft intensiv auf jeden Gottesdienst vor.

Ich legte Gott im Gebet die Lieder und Abläufe hin und sang sie vor jeder Probe einmal „nur für ihn“. Diese persönlichen Zeiten mit ihm stärkten mich enorm für meinen Dienst.

Langsam, aber sicher steigerte sich dann das Pensum der Dienste.
Ich freute mich darüber, Gott in so vielen Projekten dienen zu dürfen. Die vielen Proben ließen nur leider immer weniger Raum für die persönlichen Zeiten mit ihm.

Ich war mir nicht sicher, wie andere ihre Beziehung zu Gott auslebten. Eine Probe abzusagen mit der Begründung: „Ich brauche Zeit alleine mit Gott“, erschien mir irgendwie seltsam.
Für Absagen aufgrund eines vollen Terminkalenders schien mein Umfeld und auch irgendwann ich selbst mehr Verständnis zu haben.

Ich baute keine längeren persönlichen Zeiten mehr mit Gott in meine Woche ein, sondern plante meine Zeit effizient nach meinen Diensten. Innere Unruhe nahm zu. Aber selbst, wenn ich einen freien Abend hatte, schaute ich mich nach sinnvollen Aufgaben um, die ich erledigen „musste“. Mein Öl hatte somit offiziell kommerziellen Charakter bekommen.

Wie reagiert Jesus?

Zurück in der Geschichte stellt sich nun die Frage: Wie reagiert Jesus?
Stimmt er denjenigen zu, die das Maximum aus dem Öl herausholen wollten? Oder heißt er die „Verschwendung“ der Frau gut?

„Jesus aber sprach: Lasst sie! Warum bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und ihr könnt ihnen Gutes tun, wann immer ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit.“ (V. 6-7)

Jesus weist die Ausgießung des teuren Öls nicht zurück und nennt es ein „gutes Werk“.
Wie kann das sein? Sah er nicht den Mehrwert des Öls? Die vielen Armen, denen man hätte Gutes tun können?

Jesus schätzte den Moment des persönlichen Lobpreises dieser Frau mehr als eine effiziente Einsetzung ihres Öls.

In Hosea 6:6 spricht Gott zu seinem Volk:

„Denn an Liebe habe ich Wohlgefallen und nicht am Opfer, an der Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern.“

Diese Frau erkannte Jesus und zeigte ihre Liebe dadurch, dass sie ihr kostbares Öl für Jesus ausgoss.

Wenn mein Öl meine Zeit ist, muss ich umdenken…

Übertrage ich die eben gesammelten Gedanken auf mein Leben, stelle ich fest:

• Jesus ist mein kostbares Öl wert.
Für wen, wenn nicht für den Gott, der sich selbst hingibt, lohnt es sich, meine kostbare Zeit auszugießen? Und das reichlich.

• Gott schätzt das Öl, das ich für ihn ausgieße.
Die persönliche Zeit mit ihm ist nicht verschwendet. Den Lobpreis, den ich ihm bringe, weil ich ihn erkannt habe, ehrt ihn.

Diese Erkenntnisse bedeuten aber nicht, dass nur die Zeit, die ich im Eins-zu-eins mit Jesus „ausgieße“, wertvoll ist. Jesus sagt in seiner Antwort an die Umherstehenden nicht, dass der Dienst an den Armen eingestellt werden soll.
Zeit, die in Dienst investiert wird, ist genauso ein Lobpreis Gottes wie die Zeit im Verborgenen. Entscheidend ist jedoch, dass unser kostbares Öl für Jesus ausgegossen wird.

Denn er ist alles wert.

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