Impulse für Lieder – von guten Mächten

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Ich möchte in der Reihe „Unsere Lieder“ am Ende des Jahres 2025 auf ein Lied zu sprechen kommen, das gut zu dieser besonderen Zeit des Übergangs passt. Nämlich das Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. 

Von guten Mächten – Ein Lied mit ganz besonderer Geschichte

Das Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ hat eine bewegende Geschichte, die uns heute noch berührt. Dieses wundervolle Lied basiert auf einem Gedicht von dem evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der während der schlimmen Zeit des Nationalsozialismus mutig im Widerstand gegen Adolf Hitler war.

Das Gedicht entstand im Dezember 1944 in einem Gefängnis in Berlin. Er wollte damit seiner lieben Verlobten Maria von Wedemeyer und seiner Familie Trost und Hoffnung schenken. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits über ein Jahr inhaftiert und wusste, dass er möglicherweise hingerichtet werden würde. Dennoch strahlen die Worte tiefes Vertrauen in Gott und Zuversicht aus.

In diesem wundervollen Gedicht zeigt uns Bonhoeffer, dass er sich von Gott begleitet fühlt – selbst in den schwersten Zeiten. 

Bonhoeffers Schicksal

Nur wenige Monate nach dem Schreiben des Gedichts, im April 1945, wurde Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. Doch sein wundervolles Gedicht blieb erhalten und wurde später veröffentlicht.

Das Gedicht wurde erst später als Lied bekannt. Die Melodie dazu stammt von Siegfried Fietz aus dem Jahr 1970. Heute wird „Von guten Mächten“ oft in Gottesdiensten, bei Beerdigungen oder besonderen Anlässen gesungen. Es spendet vielen Menschen Trost und Hoffnung, besonders in schweren Zeiten.

Das Gedicht ist tief in der Bibel verwurzelt. Da geht es zum einen der Schutz, den Gott uns gewährt (Psalm 91), dann die Gegenwart Gottes (Matthäus 28), das Vertrauen, das wir in Leid setzen dürfen (Matthäus 26) und schließlich die Hoffnung auf das Licht Gottes (Johannes 1). Es ist ein wunderbares Zeugnis seines Glaubens und seiner ganz persönlichen Verbundenheit mit den biblischen Verheißungen.

Biblische Wurzeln

Dietrich Bonhoeffers wunderschönes Gedicht ist eng mit biblischen Themen und Versen verbunden, die uns Trost, Vertrauen und Hoffnung schenken. Ich möchte einige der bekanntesten Sätze im Lichte des Wortes Gottes anschauen.

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.“

Psalm 91,1-2: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“  

Römer 8,38-39: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte […] uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die er uns schenkt.“  

Wenn wir in eine ungewisse Zukunft blicken, dann dürfen wir getrost sein, denn der Mächtige ist mit uns und schützt uns wunderbar.

„Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Klagelieder 3,22-23: „Die Güte des Herrn ist's, dass wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu.“

Matthäus 28,20: „ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Der Grund für unsere Zuversicht ist die Zusage der Gegenwart Gottes. Er sagt dir: Mein Kind, wo auch immer du hingehst, ich bin jeden Morgen da, meine Güte endet nie und ich gehe mit dir bis ans Ende der Welt.

Doch bleibt unser Leben nicht von Leid und Schwerem verschont. Bonhoeffer gibt uns eine erstaunliche Perspektive. Wir dürfen das Schwere aus Gottes guter Hand nehmen:

„Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.“

Jesus selbst ist uns in diesem das Vorbild:

Matthäus 26,39: „[…] Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“  

Diese Zeilen spiegeln das Gebet Jesu im Garten Gethsemane wider. In diesem Moment war er bereit, Gottes Willen zu erfüllen. Er vertraute darauf, dass er alles, was ihm widerfährt, aus Gottes Hand annehmen kann. Bonhoeffer möchte diesen Kelch aus Gottes Hand nehmen, und es ist möglich, weil uns die Verheißung Gottes gilt:

Römer 8,28 „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind“.

Doch bleibt in aller Härte des Lebens mit Gott doch immer eine Hoffnung auf bessere Tage:

„Doch willst du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann wollen wir des Vergangenen gedenken und dann gehört dir unser Leben ganz.“

Psalm 126,5: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“  

Die Dankbarkeit über erlebte Freuden wird besonders in der Erinnerung an vergangenes Schweres besonders wertvoll. Wir verstehen, dass gute Zeiten nicht selbstverständlich sind und auch, dass wir auch diese Tage aus Gottes Hand nehmen dürfen.

„Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht.“

Dies ist die Bitte, dass das Evangelium von Christus das Licht der Hoffnung in die eigene Dunkelheit neu erstrahlen lässt. Denn Jesus selbst ist das Licht, 

Johannes 1,5: „Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.“ 

„Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.“

Ich bin nicht sicher, ob die Stille, von der Bonhoeffer schreibt, ein Bild für den eigenen Tod ist, oder ob er seine Einsamkeit in der Zelle beschreibt.

Im ersteren Fall singen wir an dieser Stelle über die Hoffnung der Ewigkeit, die, wie wir in der Offenbarung lesen, voller Lobgesänge der Kinder Gottes ist.

Doch wenn er über Einsamkeit redet, so ist diese Zeile das Gebet, die Verbundenheit zu allen Gläubigen weltweit zu spüren.

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ 

Gott ist immer bei uns, am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.  

Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Weiche nicht, denn ich bin dein Gott.  

Die Schlusspassage bringt die zentrale Botschaft des Gedichts noch einmal auf den Punkt: In jeder Situation können wir uns ganz und gar auf Gott verlassen, denn er ist unser Schutz, unser Trost und unsere Hoffnung.

Impulse für Lieder

Impulse für Lieder – Mir ist wohl

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