Impulse für Lieder – Zwischen Himmel und Erde

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Das Lied das ich heute betrachten möchte hat echt theologische Tiefe. Es geht um das Lied „Zwischen Himmel und Erde“ und wurde von Albert Frey Anfang der 2000er veröffentlicht.

„Schon jetzt – noch nicht“

Ich beginne Mal ganz untypisch mit dem sogenannten Pre-Chorus: das ist ein kurzer Satz den man singt, bevor der wirkliche Refrain beginnt.

Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt,
wir gehören zu dir und doch sind wir noch hier.

Diese Aussage ist für mich der Schlüssel für die Botschaft dieses Liedes. Dieser Pre-Chorus beschreibt unsere jetzige Situation in der wir uns als Christen befinden so treffend. Es ist die Spannung, die uns die Bibel immer wieder beschreibt: vom „Schon-jetzt“ und „Noch-nicht“. 

Und es ist ganz wichtig dass wir das für uns unterscheiden. Was gilt für uns schon jetzt und worauf freuen wir uns schon? Was ist jetzt noch nicht da?

Wenn wir dieses „Noch-nicht“ unterbetonen, fallen wir in eine Gesetzlichkeit. Aber wenn wir dieses „Noch-nicht“ überbetonen, dann kommen wir in ein verzerrtes Evangelium. Wir nennen es das Wohlstandsevangelium.

Aber was bedeutet diese Spannung: sie bedeutet auf der einen Seite, dass Christus schon alles Entscheidende getan hat – unsere Rettung ist vollbracht, und wer an ihn glaubt der hat Teil an den himmlischen Gaben:

Doch die vollständige Erfüllung seines Werkes steht noch aus:

Vers 1

1. Johannes 1,32 – Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Und so beschreibt der erste Vers genau diese Realität:

Zwischen Himmel und Erde ist ein Riss
und ein Kampf zwischen Licht und Finsternis
in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.
Zwischen Himmel und Erde sind wir noch
und das, was wir nicht wollen, tun wir doch
in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.

Die ganze Schöpfung wartet seufzend auf die Erlösung (Rö 8,19-22), denn die Sünde hat einen Riss zwischen Gott und Menschen gemacht (Jes 59,1-2). Christus hat am Kreuz diesen Riss überwunden und doch sind die Konsequenzen und Mächte der Sünde überall noch am Werk.

Und selbst wenn wir Kinder Gottes sind und Christus gesiegt hat, wird auch in uns der Kampf zwischen Licht und Finsternis ausgetragen (1. Joh 1,5-7). Wir sind Bürger des Himmels, und doch sind wir noch hier und tun oft nicht das, was wir tun sollen oder wollen (Römer 7,15-25).

Deshalb der Pre-Chorus:

Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt,
wir gehören zu dir und doch sind wir noch hier.

Und so öffnet dieses Lied uns eine Perspektive auf die Realität, dass wir jetzt noch in der Erwartung dessen sind, was kommt. Aber wir dürfen jetzt schon in den vollen Geschenken Gottes, die er uns durch seine Gnade in Christus schenkt, leben.

Welche sind diese?

Wir warten nicht darauf, dass unser neues Leben irgendwann beginnt. Christus ist schon unser Herr. Wir leben schon im Willen Gottes und wir dürfen jetzt schon in seinem Reich mitwirken.

Und ja, die Sünde, der Tod und Satan haben die Macht über uns verloren. Wir können nur noch überredet, belogen und verführt werden, aber die Macht die uns zwingt ist gebrochen. Halleluja!

Chorus

Zwischen Himmel und Erde hängst du dort,

ganz allein und verlassen von Mensch und Gott,

zwischen Himmel und Erde ausgestreckt,

dort am Kreuz.

Zwischen Himmel und Erde hängst du dort,

wo die Balken sich kreuzen, ist der Ort,

wo sich Himmel und Erde trifft in dir,

dort am Kreuz.

Der Chorus bringt das was schon jetzt ist zum Ausdruck. Das Kreuz ist das Zentrum der Geschichte, ja der Heilsgeschichte Gottes. 

Jesus selbst sagt in Johannes 12,32-33: „Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. 33 Dies aber sagte er, um anzudeuten, welches Todes er sterben sollte.“ 

Hier ist er verspottet von Menschen, verlassen vom Vater.

Die sich kreuzenden Balken markieren den Ort wie ein rotes Kreuz auf der Schatzkarte der Geschichte. Hier ist es geschehen:

Und im Lichte dieser Realität gehen wir in die zweite Strophe:

Vers 2

Zwischen Himmel und Erde leiden wir

an Zerrissenheit auf dem Weg zu dir

in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.

Zwischen Himmel und Erde ist ein Steg

und du selbst bist die Brücke und der Weg

in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.

Doch die Strophen erinnern uns an das „noch nicht“. Leid und Zerissenheit sind heute noch unsere Realität. Wir sind noch auf dem Weg. Wir sind noch im Werden, im Hinwachsen zu. Wir sind noch nicht da.

Das Entscheidende ist geschehen, aber das Heil ist noch nicht erfüllt in unserem Leben. Schon jetzt und noch nicht. Und doch singen wir im Vers 3:

Vers 3

Zwischen Himmel und Erde stehen wir

und wir treten in diesen Riss mit dir

in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.

Du machst Himmel und Erde einmal neu,

doch dein Reich ist schon da und du bist treu

in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Dieses „Noch nicht“ in dem wir leben ist nicht nur ein bedauerlicher Zustand, oder gar ein Zeichen eines machtlosen Gottes, als ob er nicht sofort die Spannung „schon jetzt und noch nicht“ auflösen könnte.

In diese Zwischenzeit kam Jesus selbst.

Im hohepriesterlichen Gebet in Johannes 17,4 lesen wir folgende Worte: „Ich habe dich verherrlicht auf der Erde, das Werk habe ich vollbracht, dass du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte.“

Jesus selbst kam in diese Zwischenzeit. Für diese Zwischenzeit hat Jesus für dich und für mich gebetet.

Auch wieder aus dem hohepriesterlichen Gebet: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen“ (Johannes 17,15).

Wir brauchen diese Bewahrung. Wir sind noch nicht da, aber wir sind nicht mehr von dieser Welt. Jesus hat für dich gebetet in dieser Zwischenzeit. Und in dieser Zwischenzeit hat Gott uns mit einem Auftrag gestellt.

Wir singen: „Wir treten in diesen Riss mit dir.“

Das bedeutet, wir sind Botschafter an Christi statt. Dafür sind wir noch hier. Dafür existiert diese Zwischenzeit. Man nennt sie auch Gnadenzeit, vielleicht hast du es schon gehört: wo wir aus der Gnade leben auf Hoffnung der Vollendung. Warum tun wir das? Jesus definiert den Grund:

„…damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast“ Johannes 17,21bf)

Damit sie glauben werden an Christus, unseren Herrn, der am Kreuz markiert hat wo das schon jetzt beginnt, damit wir eine Hoffnung auf das Noch-nicht haben.

Wir haben die Hoffnung, dass es tatsächlich nur eine Zwischenzeit ist. Das „Noch nicht“ wird einmal zum „endlich da“, und wir werden sein wie er, weil wir ihn sehen, wie er ist.

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