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- Impulse für Lieder – Gott mein Fels
- Impulse für Lieder – Wie tief muss Gottes Liebe sein
- Impulse für Lieder – Heilig für immer
- Impulse für Lieder – Wir halten hoch das Kreuz
Impulse für Lieder – Wie tief muss Gottes Liebe sein

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Stuart Townend veröffentlichte 1995 eine moderne Hymne, wobei man bei einem 20 Jahre alten Lied heute nur noch bedingt von „modern“ sprechen kann.
Das Lied gehört aber unumstritten zu einem der einflussreichsten Lieder in einem neuen Genre, das in den 90er und 2000er Jahren bekannt wurde: der sogenannten „Modern Hymn,“ der „modernen Hymne.“ Stuart Townend gehört zu einem der Mitbegründer dieser Bewegung.
Wichtige Namen in diesem Zusammenhang sind natürlich auch Keith Getty, Bob Kauflin (Sovereign Grace Music), Matt Redman und Matt Papa in England und USA, sowie z.B. City Alight in Australien und das Gloriakollektiv in Deutschland.
Die moderne Hymne war ein bewusster Gegenentwurf zu der Worship Musik der 1990ern, die als zu oberflächlich und emotionalisiert wahrgenommen wurde. Das Ziel war eine Renaissance des Gemeindegesangs, durch Lieder die intellektuell gehaltvoll, einfach singbar und doch musikalisch ansprechend waren. Also Lieder, die für eine lange Zeit bestehen könnten.
Das spannende an diesen Liedern ist, dass sie heute nicht nur in evangelikalen sondern auch in Hochkirchen wie der katholischen, evangelischen und der anglikanischen Kirche Einzug gefunden haben. Sie verbinden Generationen von Gläubigen. Die einen erkennen die Stilmittel der alten Lieder wieder, die anderen schätzen den frischen Stil und die klare Sprache, und viele freuen sich an der theologischen Dichte dieser Lieder.
Die Bewegung kommt ursprünglich aus Nord-Irland und England und prägt seid den 90er Jahren die Liedlandschaft und ist wie eine Brücke zwischen traditioneller geistlicher Musik und moderner christlicher Lobpreismusik. Sie sind die Lehrlieder unserer heutigen Zeit.
Es gibt aber nicht nur Schreiber, die hautsächlich moderne Hymnen schreiben. Diese Bewegung hat auch andere Autoren und Komponisten inspiriert, sodass wir inzwischen einen reichen Schatz an modernen hymnischen Liedern zur Auswahl haben.
„Wie tief muss Gottes Liebe sein“ ist ein wirkungsvolles Beispiel für die theologischen Merkmale, Formstruktur und das Wesen der modernen Hymne:
- Christuszentrierung mit Themen von Kreuz, Auferstehung und Wiederkunft
- Bekenntnischarakter – persönliches Zeugnis des Glaubens und der Hingabe
Townend soll selbst zu dem Lied gesagt haben er wollte, „etwas schreiben, das die Tiefe des Kreuzes in klaren Worten und singbarer Form vermittelt… Ich wollte Wahrheit singen, die Emotionen hervorruft, weil sie wahr ist!“
Das ist ihm gelungen. In der ersten Strophe zeigt er, wie Gottes Liebe das Heil beschließt, es ist seine Initiative. In der zweiten Strophe sehen wir, wie Christus durch Gehorsam und Opfer dieses Heil erwirkt. Und in der dritten Strophe singen wird davon, wie wir Gläubige das Heil empfangen, und zwar durch Glauben.
Schauen wir uns doch mal diese Strophen an die uns doch so bekannt sind:
Vers 1
Wie tief muss Gottes Liebe sein!
Er liebt uns ohne Maßen,
hat seinen Sohn an unsrer Statt
für alles büßen lassen.
Als alle Sünde auf ihm lag,
der Vater sein Gesicht verbarg,
als er, der Auserwählte, starb,
gab er uns neues Leben.
Hier staunen wir über die Tiefe, die Breite, die Höhe der Liebe Gottes, wie es in Epheser 3 heißt. Wenn wir auf das Leiden und Sterben von Jesus blicken, begreifen wir die Tiefe: „Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ (Römer 8,32)
Dieser Vers ist wie die Kernaussage dieses Liedes.
Vers 2
Ich schaue auf den Mann am Kreuz,
kann meine Schuld dort sehen.
Und voll Beschämung sehe ich
mich bei den Spöttern stehen.
Für meine Sünden hing er dort,
sie brachten ihn ums Leben.
Sein Sterben hat sie ausgelöscht.
Ich weiß, mir ist vergeben.
Jesus vollbringt das Heil. Am Kreuz sehen wir den Mann der Schmerzen aus Jesaja 53,3-5: „Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.“ Was für ein Tausch! „Sein Sterben hat sie ausgelöscht, ich weiß, mir ist vergeben.“
Wie werden wir Teilhaber dieses Heils? Durch Glauben:
Vers 3
Ich werde keiner Macht der Welt
und keiner Weisheit trauen.
Auf Jesu Tod und Auferstehn
will ich mein Leben bauen.
Ich hab das alles nicht verdient,
ich leb durch seine Gnade.
Sein Blut bezahlt für meine Schuld,
damit ich Leben habe.
In Römer 8,1 steht: „So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind.“
Diese Moderne Hymne ist eine gelungene, eingängige Auslegung von Römer 8,32 und Jesaja 53. Möge sie unseren Gemeindegesang, unsere Familien und unser persönliches Glaubensleben noch viele Jahre bereichern.