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Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte

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Heute geht es um ein Lied, das nicht nur wir in Köln-Ostheim gerne singen, sondern das seit sehr vielen Jahren überall auf der Welt gesungen wird: „Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte.“
Es gibt nur wenige geistliche Lieder, die tatsächlich auf der ganzen Welt gesungen werden, in unterschiedlichen Sprachen und Kulturen. Dieses Lied gehört definitiv dazu.
Es entstand am Ende des 19. Jahrhunderts in Schweden und verbreitete sich durch Missionare über Russland, wurde ins Englische übersetzt und fand von dort seinen Weg auf alle Kontinente. Besonders der Dienst des Evangelisten Billy Graham und George Beverly Shea verbreiteten dieses Lied auf der ganzen Welt und überall singen Christen Gott dieses Bekenntnis zu:
„Wie groß bist du?“
Dieses Lied ist wie ein Gespräch, ein Dialog. Wir lernen Wahrheit über Gott. Gott offenbart sich und wir antworten. So ist die erste Strophe die Offenbarung Gottes als der Schöpfer.
Strophe 1
Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte,
die du geschaffen durch dein Allmachtswort,
wenn ich auf alle jene Wesen achte,
die Du regierst und nährest fort und fort.
Er ist der Schöpfer, der alles Leben entstehen hat lassen. Er ist der Ursprung von allem. Diese Welt ist ein Zeugnis dafür, dass es Gott gibt. Alles lebendige lebt nicht aus sich selbst, sondern durch Gott selbst.
Wir sind in Gottes Hand und wir haben deshalb allen Grund unser Vertrauen auf diesen großen Schöpfer zu setzen. Und dann ist das Wichtige, dass wir nicht bei der Erkenntnis stehen bleiben, dass wir nicht nur staunen, sondern dass wir auch antworten.
Und das ist der Chorus.
Chorus
Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu.
Wie groß bist du! Wie groß bist Du!
Das ist unsere Antwort auf die Offenbarung.
Strophe 2
In der zweiten Strophe ist immer noch das Schöpfungsthema da, aber da ist der Blick auf die Größe Gottes.
Blick ich empor zu jenen lichten Welten
und seh der Sterne unzählbare Schar,
wie Sonn und Mond im lichten Äther zelten,
gleich goldnen Schiffen hehr und wunderbar.
Diese unendliche Größe Gottes widerspiegelt sich im Universum. Gott hebt unseren Blick. Wir dürfen das Unermessliche Große sehen an dem, was Gott gemacht hat. Er ist majestätisch. Er ist überwältigend. Dieser Gott trägt unser Leben, aber er ist größer als wir es fassen können.
„Wie groß bist du!“
Wie dieses Lied entstand: Karl Boberg, ein Pfarrer aus Schweden, schrieb es als er ein Gewitter und die Stille danach beobachtete. Er machte sich Gedanken wie groß Gott ist und wie klein doch der Mensch ist. So heißt es auch in Psalm 8,4-5: „Wenn ich anschaue deinen Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Meschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst?“
Aber wir singen dieses Vertrauen Gott gegenüber nicht aus gelähmter Angst zu, sondern aus Ehrfurcht. „Wie groß bist du!“
Strophe 3
Die dritte Strophe wird konkret. Gott offenbart sich nicht nur durch die Schöpfung, er offenbart sich auch durch sein Wort:
Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet,
wenn ich die großen Gnadentaten seh,
wie Er das Volk des Eigentums gesegnet,
wie Er’s geliebt, begnadigt je und je.
Und darin kann ich erkennen, dass Gott nicht nur mächtig ist, sondern dass er gnädig handelt. Jetzt wird die Größe Gottes konkret. Er handelt, segnet, vergibt, bleibt treu. Trotz menschlicher Untreue ist Gott treu. In dieser Strophe erinnern wir uns daran, dass unser Glaube davon lebt, was Gott getan hat und dass wir das erkennen in seinem Wort.
Und wieder antworten wir nicht, indem wir anfangen Leistung für Gott zu erbringen, sondern wir beginnen mit einer richtigen Beziehung mit Gott durch Lob.
„Dann jauchzt mein Herz“, weil Gottes Geschichte eine Geschichte der Gnade mit uns ist. Und diese Gnade wird konkret in einer Person, Jesus Christus.
Und deswegen die vierte Strophe.
Strophe 4
Und seh ich Jesus auf der Erde wandeln
in Knechtsgestalt voll Lieb und großer Huld,
wenn ich im Geiste seh Sein göttlich Handeln,
am Kreuz bezahlen vieler Sünder Schuld.
Das ist der Mittelpunkt, das Zentrum der ganzen Geschichte. Dieser große Gott, der sich in der Schöpfung offenbart, der unermesslich groß ist, der sich in seinem Wort offenbart, wird Mensch, wird klein. Der große Gott wird klein, der Herrscher wird Diener, der Schöpfer trägt das Kreuz.
Und hier sehen wir nicht nur die große Macht und unermessliche Größe Gottes, sondern seine Liebe zu uns Menschen. Und so wird der Refrain nicht nur zu einem staunenden Anbeten, sondern zu einem Bekenntnis: „Wie groß bist du!“
Strophe 5
Und deshalb die letzte Strophe. Wer das verstanden hat, wer Christus besingt als seinen großen Retter, kennt die Hoffnung der fünften Strophe. Und hier heißt es:
Und wenn der Herr von hinnen mich gerufen,
wenn ich von seinem Glanz geblendet steh‘,
anbetend niederfall‘ zu seinen Stufen,
den König dann in seiner Schönheit seh.
Da richtet unser Blick sich in den Himmel, in die Zukunft. Unser Leben ist unterwegs zu etwas hin. Wir leben von einer Hoffnung, die kommt. Und deswegen wissen wir: das Größte, das Schönste, das steht uns noch bevor.
Die Begegnung mit diesem Schöpfer, diesem unermesslich Großen, der sich offenbart hat, der uns gerettet hat durch Jesus Christus. Dort werden wir in seinem Glanz geblendet einmal stehen und singen: „Wie groß bist du!“
Mit allen, die es gestern, heute und in Zukunft, wenn der Herr noch nicht wiederkommt, in ihrem Herzen glauben, dass Gott ihr großer Gott ist: Wir werden gemeinsam anstimmen in diesen Lobgesang. „Wie groß bist du!“ Wird es dieses Lied sein?
Ich weiß es nicht. Vielleicht schon. Auf jeden Fall wird es das Thema sein. Der Gott, der sich offenbart, bekommt von uns die Antwort, die ihm gebührt.
„Wie groß bist du! Wie groß bist du!“