Impulse für Lieder – Bald schon kann es sein

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This entry is Teil 24 von 25 in the series Impulse für Lieder

Heute möchte ich einige Gedanken zu dem Lied „Bald schon kann es sein“ teilen – im Original „Soon and Very Soon“, geschrieben von Andraé Crouch.

Andraé Crouch wurde 1942 in San Francisco geboren und wuchs in Los Angeles auf. Seine Eltern waren Pastoren, und schon früh wurde deutlich: Gott hatte ihm eine besondere Gabe für Musik geschenkt.

Als Kind spielte er bereits in seiner Gemeinde, die sonst keine Musiker hatte, und begann in jungen Jahren, eigene Lieder zu schreiben. Mit nur 15 Jahren entstand das bis heute bekannte Lied „Das Blut verliert niemals seine Kraft.“ Mit der Zeit wurde er zu einer der bedeutendsten Stimmen der Gospelmusik überhaupt.

Er schrieb Hunderte von Liedern und veröffentlichte über 20 Alben. Sein Einfluss reichte weit über die christliche Musik hinaus: Er arrangierte und dirigierte den Chor für den Film „Der König der Löwen“, und Künstler wie Elvis Presley, Madonna, Paul Simon und Michael Jackson haben mit ihm zusammengearbeitet oder seine Lieder aufgenommen.

Doch das Entscheidende für Andraé Crouch war nie sein musikalisches Können – es war seine Botschaft: Jesus Christus, seine Gnade und die Hoffnung auf Gottes kommende Welt.

2015 starb Andraé Crouch im Alter von 72 Jahren. Gerade bei diesem Lied kommt mir ein Gedanke, der mich bewegt: Was er sein Leben lang besungen hat, ist für ihn längst Wirklichkeit geworden. Er muss nicht mehr singen „Bald schon kann es sein“ – denn er sieht den König bereits.

Das Lied selbst ist textlich schlicht gehalten, was typisch ist für einen modernen Spiritual oder Gospel.

Strophe 1

Die erste Strophe sagt: 

Bald schon kann es sein, 
dass wir Gott als König sehn.

Das ist die große Hoffnung unseres Glaubens: Unser Leben läuft auf ein Ziel zu. Wir gehen nicht einfach Tag für Tag ins Ungewisse – wir gehen auf Gott zu. Auf einen Gott, der als König regiert.

Die Bibel beschreibt diese Hoffnung in Offenbarung 21: Gott wird bei den Menschen wohnen, er wird alle Tränen abwischen. Leid und Schmerz behalten nicht das letzte Wort – und den Tod wird er besiegen.

Diese erste Strophe richtet unseren Blick also nach vorne. Sie erinnert uns daran: Diese Welt ist nicht alles, was es gibt. So real unser Alltag ist, so real unsere Sorgen sind, so real auch unsere Kämpfe sind – es wartet eine Zukunft bei Gott, bei einem König, der regiert.

Strophe 2

Dann kommt die zweite Strophe, diese beschreibt was uns dort erwartet: 

Weinen hört dann auf, 
wenn wir Gott als König sehn.

Das ist so wichtig! Denn das Lied redet das Leid nicht klein. Es tut nicht so, als wäre immer alles gut. Es weiß: In dieser Welt wird geweint. 

Es gibt Schmerz. 
Es gibt Verlust. 
Es gibt Krankheit. 
Es gibt Trauer. 
Es gibt offene Fragen. 

Aber genau da hinein spricht dieses Lied Hoffnung: Das Weinen wird nicht für immer bleiben. Es wird ein Ende haben. Nicht, weil wir alles schaffen. Nicht, weil wir stark genug sind. Sondern weil Gott selbst alles neu machen wird. 

Strophe 3

Dann kommt die dritte Strophe: 

Sterben hört dann auf, 
wenn wir Gott als König sehn. 

Das ist vielleicht der stärkste Satz von allen. Denn der Tod ist für uns Menschen die letzte Grenze. Er zeigt uns, wie wenig wir in der Hand haben. Der Gedanke des Todes konfrontiert uns mit unserer Vergänglichkeit. 

Und trotzdem singt dieses Lied: Selbst der Tod wird einmal aufhören. 

Warum? 

Weil Jesus Christus den Tod besiegt hat. Weil er gestorben und auferstanden ist. 
Darum ist christliche Hoffnung nicht nur ein schöner Gedanke auf ein utopisch Besseres. Sondern wir haben einen historischen Fakt, den Sieg über den Tod, auf den bauen wir unser Leben. Unsere Hoffnung hängt an Jesus selbst. 

Am Ende steht nicht unser Grab. Am Ende steht das Leben. Am Ende steht der König. 

Bridge

Und dann ist da noch die Bridge – und ich finde, gerade sie macht das Lied so besonders.

Denn sie sagt uns ehrlich: Bis wir dort ankommen, ist unser Weg nicht immer leicht.

Steht vor uns manches großes Hindernis, türmt sich auf manche große Schwierigkeit

– wir verstehen sofort, was damit gemeint ist. Es gibt solche Wege im Leben. Wege, die Kraft kosten. Zeiten, die schwer sind. Momente, in denen wir nicht wissen, wie es weitergehen soll.

Aber dann kommt diese Zusage:

Gott weiß davon, seine Kraft trägt uns durch.

Er verspricht nicht, dass alles leicht wird – aber er verspricht, dass er uns trägt. Dass er weiß, was wir durchmachen. Und dass er uns gibt, was wir für den nächsten Schritt brauchen – bis wir mit ihm leben ohne Zeit.

Das ist so tröstlich. Nicht ein fernes, gleichgültiges Schicksal wartet auf uns, sondern ein Gott, dem nichts verborgen bleibt. Ein Gott, der unsere Hindernisse kennt, unsere Schwierigkeiten sieht – und uns dennoch, oder gerade deshalb, trägt.

Dann weitet sich der Blick noch einmal. Wir sind aus allen Nationen gekommen – und Gott kennt jeden von uns beim Namen. Was für ein starkes Bild. Es ist gleichsam ein Blick voraus in das, was uns einmal erwartet: Menschen aus allen Völkern, aus allen Hintergründen, aus allen Geschichten – und doch geht keiner verloren. Gott sieht nicht nur die Menge. Nicht nur „die Menschen“. Er kennt jeden Einzelnen beim Namen.

Das bedeutet: Du bist Gott nicht egal. Du bist gesehen. Du bist gekannt. Du bist gemeint.

Wir werden eines Tages den König sehen – aber der König sieht uns schon jetzt.

Und dann kommt der Mittelpunkt des Ganzen: Jesus hat mit seinem Blut meine Sünden abgewaschen. Das ist die Grundlage unserer Hoffnung. Nicht unsere Leistung. Nicht unsere Frömmigkeit. Nicht unsere Stärke. Sondern Jesus allein. Weil er uns erlöst hat, dürfen wir hoffen. Weil er uns gereinigt hat, dürfen wir dem König entgegengehen.

Und deshalb kann die Bridge sogar sagen: Manche haben ihr Leben gelassen – aber wir alle werden auf der anderen Seite wieder leben. Das ist Auferstehungshoffnung. Die Gewissheit: Der Tod hat nicht das letzte Wort.

Vielleicht ist genau das die Botschaft dieses Liedes für uns heute:

Ja, es gibt Hindernisse. Ja, es gibt Schwierigkeiten. Ja, es gibt Tränen. Ja, auch der Tod ist Wirklichkeit in dieser Welt. Aber das Letzte, was wir sehen werden, ist nicht Leid, nicht Schmerz, nicht das Grab.

Das Letzte – und zugleich das Erste – ist der König. 

Bald schon kann es sein, 
dass wir Gott als König sehn. 

Und darum dürfen wir schon heute mit Hoffnung leben. Mit Vertrauen, mit Trost, und mit Freude. 

Halleluja! 

Impulse für Lieder

Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte Impulse für Lieder – Wie wir sie finden