- Impulse für Lieder – Du bist genug
- Impulse für Lieder – Gott mein Fels
- Impulse für Lieder – Wie wir sie finden
- Impulse für Lieder – Heilig für immer
- Impulse für Lieder – Wir halten hoch das Kreuz
Impulse für Lieder – Wie wir sie finden

ein Beitrag von:
This entry is Teil 25 von 26 in the series Impulse für LiederImpulse für LiederImpulse für Lieder – Du bist genug Impulse für Lieder – Gott mein Fels Impulse für […]
Heute mache ich etwas anderes: Ich schreibe nicht über ein bestimmtes Lied, sondern über eine Frage: Wie kommen wir eigentlich zu den Liedern, die wir gemeinsam singen?
Die Situation hat sich im Vergleich zu vor zehn, fünfzehn Jahren drastisch verändert. Früher gab es diese handlichen Dinger – kennt ihr die noch? – die sich Liederbuch nannten.
Jede Gemeinde hatte ihres, man suchte sich eines aus, und daraus wählte man dann die Lieder für den Gottesdienst. Das Liederbuch von heute heißt Internet. Und damit ist die Aufgabe einer Gemeinde eine andere geworden: Wir müssen unser eigenes Liederbuch erst zusammenstellen – und das bedeutet, wir müssen entscheiden, welche Lieder wir überhaupt singen wollen.
Dafür setzen sich bei uns in der Gemeinde Pastoren und Musiker zusammen und bringen ihre unterschiedlichen Gaben ein: musikalische Urteilskraft auf der einen Seite, theologisch-geistliche Verantwortung auf der anderen – und ein Kernteam, das beides zusammenführt.
Was uns dabei leitet, möchte ich kurz erklären.
Unser Prozess basiert auf Prinzipien, die aus dem Bibeltext abgeleitet sind. Psalm 34 ist für uns einer der zentralen Leitabschnitte, der zusammenfasst, was wir im gemeinsamen Gesang anstreben. Dort heißt es:
„Preisen will ich den Herrn alle Zeit. Ständig soll sein Lob in meinem Munde sein. Im Herrn soll sich rühmen meine Seele. Hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen. Erhebt den Herrn mit mir und lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen.“
Der Psalmist ist selbst ein Anbeter, der ein Lob anstimmt – und dieses Lob erreicht eine Versammlung, Menschen, die es freudig aufnehmen und eingeladen werden, einzustimmen.
Aus diesem Text leiten wir drei Fragen ab, die wir für jedes Lied stellen, das wir in Betracht ziehen:
Sollen wir das singen? Können wir das singen? Wollen wir das singen?
Sollen wir das singen?
Das ist die Frage nach dem Inhalt. Der Psalmist ruft:
„Erhebt den Herrn mit mir. Lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen.“
Wir müssen den Herrn in unseren Liedern erkennen können. Wir sollen ihm begegnen. Sein Name steht für die ganze Wahrheit über Gott – und deshalb wollen wir Lieder singen, die diese Wahrheit tragen und vermitteln. Wir laden zu einer Antwort auf Wahrheit ein, also müssen unsere Lieder Wahrheit enthalten.
Wir prüfen die Botschaft des Liedes: ist sie wahr? …und ist sie klar? Denn Wahrheit, die zweideutig formuliert ist, kommuniziert nicht.
Aber ein Lied, das nur theologisch stimmt, reicht allein noch nicht. Denn es gibt viele Lieder, die inhaltlich einwandfrei sind – und die wir trotzdem nicht singen. Also stellen wir die zweite Frage.
Können wir das singen?
„Hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen. Lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen.“
Kann die Gemeinde dieses Lied wirklich mitsingen?
Es gibt Lieder, die wunderschön sind – und auch wahr. Aber sie sind nicht für den gemeinsamen Gesang gemacht. Das müssen wir unterscheiden. Nicht jedes Lied, das für die Gemeinde gedacht scheint, lässt sich von einer Gruppe auch wirklich gut singen. Das macht ein solches Lied nicht schlechter – es macht es nur weniger geeignet für diesen Zweck.
Unsere Frage lautet: Können wir uns unsere Gemeinde mit diesem Lied vorstellen? Wenn wir es uns anschauen – können wir es innerlich schon hören, bevor die Gemeinde es singt? Wenn nicht, schauen wir, woran das liegt. Und so sortieren wir Lieder aus, die gut sind, aber sich nicht zum gemeinsamen Singen eignen.
Wollen wir das singen?
Das ist die schwierigste der drei Fragen.
„Hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen.“
Die Einladung zum Gesang hat eine Zielgruppe – und diese Zielgruppe nimmt sie an. Hier fragen wir: Ist das ein Lied, das uns als Gemeinde weiterhilft? Ein Lied, das wir wirklich singen wollen?
Wollen wir es singen, weil es ein Thema aufgreift, das in unserem Liedrepertoire bisher wenig vorkommt? Weil es eine Art von Musik ist, die gerade gut bei uns funktioniert? Weil es eine Botschaft trägt, die wir bewusst betonen möchten?
Am Ende fragen wir immer: Wollen wir, dass die Gemeinde durch dieses Lied in den kommenden Jahren geprägt wird?
Durch diesen Prozess kommen wir zu den Liedern, die wir singen – unseren Liedern. Damit wir bewusst singen. Damit wir nichts singen, wovon wir nicht überzeugt sind. Wir haben kein Recht, Dinge zu singen, hinter denen wir nicht stehen können.
Es wäre fatal, Menschen zu einem Lied einzuladen, in das sie nicht einstimmen können, weil es musikalisch nicht dafür geeignet ist. Und die Zeit, die wir im Gottesdienst für Lieder haben, ist begrenzt – deshalb wählen wir sorgfältig aus.