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Zwischen Liedern reden – Wie soll ich sprechen?

Einleitungen, Überleitungen, Gedanken, Gebete … Lobpreisleiter haben heute vielleicht mehr denn je die Freiheit im Gottesdienst zu reden. Diese kurzen Impulse und wenigen Worte sind eine enorme Chance, die Gottesdienste zu bereichern. Doch mit schlechter Vorbereitung und fehlendem Gefühl für Atmosphäre wird der redende Leiter auch schnell zum Störfaktor. Diesmal möchte ich einige Tipps und Impulse aus meiner eigenen Erfahrung weitergeben.

Vor einigen Jahren begannen wir bewusster die gemeinsamen Lieder miteinander in Zusammenhang zu bringen. Wir wollten nicht „einfach“ nur etwas singen; wir wollten mehr erreichen.

Die wohl größte Veränderung in diesem Zuge war, dass die Lobpreisleiter jetzt nicht nur Lieder ansagten. Sie begannen zwischen Liedern zu reden.

Ich bin dankbar, dass dieses neue Element insgesamt gut von den Gemeindegliedern angenommen wurden. Wir hörten immer wieder gutes Feedback.

Allerdings muss man sich auch eingestehen, dass die Worte der Lobpreisleiter zwischen den Liedern nicht immer effektiv und hilfreich waren. Manchmal kam auch das Feedback, „der soll doch weniger reden und mehr singen.“

Oft sind es schon kleine bewusste Veränderungen, die unsere Worte zwischen den Liedern viel effektiver machen. Hier sind einige Grundlagen, an denen ich mich orientiere.

Wie soll ich reden?

Das Reden vor und zwischen Liedern ist eine ganz besondere Form der Kommunikation. Sie hat ihre eigenen Regeln.

Zielgerichtet

„Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden – damit ich andere unterweise.“ – 1. Korinther 14,19a

Leider muss ich immer wieder sehen, dass Lobpreisleiter nicht sehr effektiv reden. Oft liegt es daran, dass sie nicht wissen, was sie eigentlich mit ihren Worten erreichen wollen.

Es gibt eine ganze Reihe von Zielen, die wir mit unseren Worten zwischen Liedern anstreben können. Doch wir können nicht alle auf einmal treffen.

Wenn wir uns kein Ziel bewusst vornehmen, dann laufen wir, Gefahr einfach so daherzureden. Im nächsten Post möchte ich genauer auf einige dieser Ziele eingehen.

Vorbereitet

„Wenn er dazu noch gut reden kann, wird man viel von ihm lernen.“ – Sprüche 16,26b

Ich denke, dass besonders die ersten und letzten Worte, die wir sagen, besonders wichtig sind. Es empfiehlt sich, diese sogar auszuschreiben und einzustudieren.

Wer zu lange braucht, um die Leute „abzuholen“ und allgemeine Worte spricht, läuft Gefahr, die Zuhörer schon zu verlieren, bevor etwas Wichtiges gesagt worden ist. Starte mit bewusst gewählten Worten, die sofort den Ton für die Rede und für die ganze Lobpreiszeit angeben.

Die kurze Rede endet mit einer gezielten Überleitung. Zum einen müssen die Musiker wissen, wann das Vorspiel oder der Einstieg geschehen soll. Zum anderen sind es genau die letzten Worte, die den Zuhörer in das nächste Lied leiten.

Kurz

„Ein weiser Mensch ist sparsam mit seinen Worten.“ – Sprüche 17,27a

Wer redet, hat oft kein Zeitgefühl. Schnell ist eine Minute vorbei, um etwas zu vermitteln, was auch in einem Satz hätte gesagt werden können.

Wir sollten es vermeiden, zu viel Zeit für uns in Anspruch zu nehmen. Immerhin sind wir nicht die Einzigen, die im Gottesdienst reden.

Aber wir sind die Einzigen, die im Gottesdienst den Gesang anleiten. Diesen Schwerpunkt dürfen wir niemals aus den Augen verlieren.

Nutze wenige zielgerichtete und gut vorbereitete Worte, um den Gesang zu stärken. Zum Predigen gehen wir dann lieber an die Kanzel.

Eingebettet

„Wie gut ist das richtige Wort zur rechten Zeit!“ – Sprüche 15,23b

Damit meine ich, dass wir darüber nachdenken, was gerade im Gottesdienst geschieht, wo die Stimmung ist, was bereits gesagt wurde und was als Nächstes dran ist.

So mancher Lobpreisleiter hat durch fehlende Sensibilität einen „Moment“ im Gottesdienst ruiniert. Was man sich vorgenommen hatte, wurde gesagt, ohne Rücksicht darauf, ob es gerade in die Situation passt oder nicht.

Wir müssen beachten, ob das, was wir sagen wollen, angebracht ist, schon gesagt wurde oder einfach nicht in die Stimmung des Moments gehört.

Authentisch

„Aufrichtige Worte erfreuen den Herrn.“ – Sprüche 15,26

Der bekannte Autor und Prediger Chuck Swindoll schreibt, „wer redet, der redet sich immer selbst.“

Ich verstehe das so, dass wir dann am besten kommunizieren, wenn man unsere Persönlichkeit in unseren Worten erkennen kann. Wir reden echt, eben authentisch.

Natürlich dürfen wir von Vorbildern lernen, aber wir sollten sie nicht kopieren. Sonst fehlt das Herz und besser ein Herz ohne Worte, als Worte ohne Herz, nicht wahr?

Wie würdest du die Frage beantworten: „Wie sollen wir reden?“ Ich würde gern von dir hören.

Kommentare

2 Kommentare

  1. Ein wichtiger großer Beitrag, zu einem kleinen fast unscheinbaren Beitrag im Gottesdienst! DANKE!

    • Hallo Heinrich. Danke für dein Feedback. Ich hoffe wir nehmen die großen Chancen dieser kleinen Beiträge bewusster war.


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