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Nach über einem Jahr Turbulenzen und eingeschränktem Musikdienst will ich einen vorsichtigen Blick in die Zukunft wagen. Wie könnte die Rückkehr in den gemeinsamen Lobpreis aussehen? Was haben wir aus dieser Zeit gelernt? Welche Aufgaben stehen uns bevor? Diesen Fragen möchte ich mich in diesem Post stellen. Der Weg zurück kann ein Neustart werden. Der Weg zurück bedeutet, gebrochenes wiederherzustellen. Der Weg zurück ist die Chance auf eine tiefere Wiedervereinigung in eine neue Gemeinschaft.

Neustart

Ein Neustart am Computer ist dann nötig, wenn alles irgendwie nicht mehr richtig funktioniert. Programme hängen, der Mauszeiger macht komische Dinge oder der Ladebalken steht seit Stunden an der gleichen Stelle.

Ein Neustart soll helfen, die richtige Funktion des Rechners wiederherzustellen. Und vielleicht ist der Weg zurück in den vollen Musikdienst auch eine Chance für einen Neustart.

Nach Jahren des Dienstes und des Alltags kann es ja sein, dass gewisse grundlegende Aspekte aus dem Blick geglitten sind. Geht es noch um Gott? Um seine Ehre? Um den Dienst an der Gemeinde? Oder sind andere Dinge wichtiger geworden?

Ist die Musik selbst in den Vordergrund gerückt?

Ging es mehr um die richtigen Formate (z. B. Lobpreisteam statt Chor)? Haben wir uns in Meinungsverschiedenheiten über Instrumente und Liederauswahl verstrickt?

Ein Neustart ist die Chance, die Grundlagen für unseren Dienst neu zu bestimmen. Die richtige Funktion wiederherzustellen, uns zu sortieren und noch einmal Herz und Verstand unter das Wort Gottes zu stellen.

„Preist den Herrn, denn er ist freundlich, ja, ewig währt seine Güte!“ (Ps 136,1). Das Wesen und Werk Gottes zu preisen, das war der Auftrag, den König David seinen Musikern für den Tempeldienst auftrug.

Neustart. Das bedeutet, sich auf diesen Auftrag zu besinnen. Welche Lieder, welche Klänge, welche Darbietungsform führt unsere Gemeinde zurück in den Lobpreis Gottes?

Wiederherstellung

Mir ist es schon häufiger passiert, dass ich gerade einen Text auf dem Computer verfasste und dann durch Dummheit oder technische Probleme einen Teil des Geschriebenen verlor habe.

Zum Glück gibt es die Möglichkeit, eine frühere Sicherheitskopie wiederherzustellen.

Wiederherstellung „heilt“, was durch Fehler oder Probleme verletzt, zerrüttet oder zerstört ist. Könnte es sein, dass nach über einem Jahr innerer und äußerer Unruhe und Stress genau darin unser Auftrag als Musiker unserer Gemeinden liegt?

Musik kann heilen, trösten, erinnern und ausrichten. In unseren Reihen gibt es verletzte, zerrüttete und zerstörte Menschen. Sie brauchen Wiederherstellung.

Auf dem Weg zurück sehe ich hier eine riesige Aufgabe. Kürzlich hörte ich Rick Warren in einem Interview sagen: „Die COVID Krise beschert uns bald einen Tsunami an Trauer und Seelenschmerz.“ Vielleicht hat er recht. Diese Zeit hat uns mehr gekostet, als wir jetzt schon sehen.

„Es ist gut, den Herrn zu preisen und deinen Namen, du Höchster, zu besingen“ (Ps 92,2). Lobpreis ist gut. Lobpreis tut gut. Es richtet den Blick dorthin. Wo wirklich Hilfe ist. Bei Gott.

Wiederherstellung. Das ist unser Auftrag, unsere Chance, ja, unsere Verantwortung. Es beginnt bei uns selbst. Heil werden in Gott und dann durch unseren Dienst der Gemeinde helfen.

Wiedervereinigung

Uns Deutschen muss dieser Begriff nicht erklärt werden. Viele von uns sind Zeitzeugen der gewaltfreien Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland.

Die Umstände der vergangenen Monate haben uns unweigerlich voneinander distanziert. Viele spüren schmerzlich, was es bedeutet, wenn das gemeinsame Lob nicht mehr in den Gottesdiensten erklingen darf.

Der Weg zurück ist ein Weg zurück in die Gemeinschaft. In Momente, in die wir wieder vereint in das Lob Gottes einstimmen können.

Es geht hier um mehr als einfach dort weiterzumachen, wo wir vor Monaten aufgehört haben. Dafür ist diese Chance zu wertvoll.

Jetzt sind die Herzen der Gläubigen offen, um zu verstehen, was wir verloren haben und was wir wiedergewinnen können. Aber haben wir die biblische Antwort? Können wir unsere Gemeinden lehren? Oh, ich bete, dass wir dazu bereit sind.

Jetzt ist die Zeit, uns dafür vorzubereiten, unsere Gemeinden in eine neue und tiefere Gemeinschaft zu führen.

„Preist den Herrn, alle seine Heerscharen, ihr seine Diener, Täter seines Wohlgefallens! Preist den Herrn, alle seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft! Preise den Herrn, meine Seele!“ (Ps 103,21-22).

Das dürfen wir bald unseren Gemeindeleuten zurufen. Doch zuvor müssen wir selbst verstehen, was diese Worte bedeuten. Wie Gemeinschaft durch unseren Lobpreis wirklich entstehen kann.

Lasst uns gemeinsam beten, dass der Weg zurück ein Neustart für unseren Dienst wird, der

Kommentare

2 Kommentare

  1. Das sind sehr Wertvolle und tiefe Gedanken Johannes, danke dir.

    Lass uns dafür beten und uns leiten lassen.

    Im Herrn verbunden!

    • Danke für dein Feedback, Heinrich. Mich haben sie persönlich auch herausgefordert.


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