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Vor Kurzem durfte ich teil eines internationalen Gebetstreffens sein. Die Andacht hielt ein Pastor aus Zambia. Er nutzte eine sehr verbreitete englische Aussage: „Waiting on God“ und änderte sie in „Waiting with God.“ Ein kleines Wort, und doch so ein himmelweiter Unterschied. Mit Gott warten, statt auf Gott warten. Das hat einiges in mir ausgelöst. Vielleicht spricht es auch zu dir.

Auf oder mit Gott warten

Auf Gott warten heißt, wir sehen noch nicht, dass Gott schon wirkt. Wir warten, bis er endlich anfängt. Mit Gott warten heißt zu glauben, dass Gott schon am Wirken ist, auch wenn wir es vielleicht nicht sehen.

Auf Gott warten kann bedeuten, dass er unsere Wünsche und Bitten noch nicht so erfüllt hat, wie wir es uns vorstellen. Mit Gott warten bedeutet, nach seinem Willen zu fragen und um Weisung für den nächsten Schritt zu beten.

Auf Gott warten ist oft passiv. Wir sind gelähmt, entmutigt oder orientierungslos. Mit Gott warten ist aktiv. Ja, wir warten auf eine Veränderung. Aber wir sind mit Gott unterwegs.

Auf Gott warten beweist eine innere Distanz zu unserem himmlischen Vater. Wir sind nicht mit ihm. Wer mit Gott wartet, erkennt das Herz des Vaters und sieht sein Anliegen für die Welt.

Als Jesus in der Nacht vor seinem Tod am Kreuz im Gebet mit Gott rang, bat er seine Jünger, „bleibt hier und wacht mit mir.“ Doch sie erkannten nicht, was diese Stunde für ihren Meister bedeutete.

Statt in sein Werk mit einzusteigen und zu beten. Statt mit ihm zu wachen und mit ihm zu warten, warteten sie auf ihn … und schliefen dabei ein.

Mit Gott dienen

In der Coronazeit sind uns viele gewohnten und lieb gewonnen Formen für den Dienst genommen oder eingeschränkt worden. Gerade die Musiker in den Gemeinden haben den Lockdown zu spüren bekommen.

Wir können uns jetzt hinsetzen und warten, bis Gott uns die Türen für unseren gewohnten Dienst wieder öffnet. Wir halten still und warten auf Gott. Die Gefahr ist, dabei einzuschlafen, so wie die Jünger im Garten.

Wir können aber auch kreativ werden und uns auf unsere eigentliche Aufgabe besinnen. Wir können Gott bitten, uns zu zeigen, welches Werk er jetzt in dieser Zeit tut und welchen Teil wir daran haben dürfen.

Musiker oder Diener?

Sind wir nur Bandleiter, Klavierspieler, Dirigenten oder Sänger, – lediglich Musiker? Oder sind wir Diener Gottes und Botschafter des Evangeliums.

Ein Musiker wartet so lange, bis die Rahmenbedingungen stimmen. Ein Diener sieht die Aufgabe und setzt alles daran, um sie zu erfüllen.

In meinem Umfeld habe ich beides gesehen. Manche resignierten und legten die Hände in den Schoß. Sie sind wie Musiker, deren Konzertsäle gesperrt sind.

Andere wurden aktiver denn je und fanden spannende neue Wege, um den Dienst an den Menschen weiter zu machen. Sie sind die Diener am Evangelium, die mehr sind als ihre Kunst. Sie sehen Gottes Werk und sie nehmen daran teil.

Bin ich ein Musiker oder Diener? Warte ich auf Gott, oder warte ich mit Gott?

Ich muss mich selbst dieser Frage stellen … und ich hoffe, du tust es auch.

Kommentare

4 Kommentare

  1. Very powerful words … may we learn to wait and serve „mit Gott“ during this time.

    • Thank you, dear David. May God bless you.

  2. Vielen Dank für diese konstruktive Ermahnung…Gott ist allezeit am Wirken…Wie ein kleines Wort, eine ganze Grundhaltung ändern kann…

    • Danke für dein Feedback. Es freut mich, dass dieser Gedanke auch andere so berührt, wie mich.


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