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Schon einmal über Ziele nachgedacht? Ziele für deinen Dienst, dein Team, deine Gemeinde? Ich weiß noch, wie ich das erste Mal mit diesem Gedanken konfrontiert worden war. Es war noch ganz früh in meiner „Gemeindekarriere“ als Dirigent. Mein Mentor sagte: „Lass uns über die Ziele für den Chor dieses Jahr reden.“ Ich weiß noch genau, wie ich mich damals gefühlt habe. Verwirrt, erschreckt und überfordert, so richtig überfordert. Ich war noch 17 Jahre alt und meine Ziele reichten in der Regel nicht weiter als ein paar Tage, wenn überhaupt. Doch jetzt sollte ich über ein ganzes Jahr nachdenken? Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, dass ich in dem darauffolgenden Gespräch eher wenig Konstruktives beizutragen hatte. Aber gelernt habe ich eine Menge.

Ich weiß nicht, wie du dich dabei fühlen würdest, wenn ich mich mit dir hinsetzen und dieselbe Frage stellen würde: „Welche Ziele hast du für dein Team in diesem Jahr?“

Und bevor du jetzt auscheckst und aufgibst, möchte ich dich ermutigen. Dieser Post soll nicht Unsicherheiten erhöhen und ein schlechtes Gewissen wecken.

Im Gegenteil. Hier schreibt jemand, der sich mit genau dieser Frage immer wieder schwertut. Aber hier schreibt auch einer, der eingesehen hat, dass Ziele mehr sind als ein notwendiges Übel.

Sie können der Motor für den Dienst, Hilfe bei Entscheidungen und Generatoren für Freude und Erfüllung werden. Da verspreche ich nicht zu viel.

Warum Ziele

Ich beginne Mal beim besten Beispiel für einen zielorientierten Dienst: Jesus. Er wusste…

  1. … warum er lebte,
  2. … was er erreichen wollte und
  3. … was er tun musste, um das Ziel zu erreichen.

„Ich bin gekommen, um das Gesetz und die Propheten zu erfüllen“
Matthäus 5,17

Jesus war sich über die Auswirkung seines Dienstes im Klaren. Sein Leben würde die Beziehung der Menschen zum Gesetz für immer verändern. Wenn du Ziele formulierst, definierst du damit die gewünschte Auswirkung, als das Ergebnis deines Dienstes.

„Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“
Matthäus 9,13

Weil Jesus wusste, warum er lebte, konnte er Dinge ablehnen, die nicht zu seinem Ziel gehörten. Ein Ziel zu formulieren, hilft dir „Nein“ sagen zu können.

„Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen.“
Lukas 12,49

Jesus wollte etwas bewirken. Sein Werk und Leben sollten nicht spurlos an der Welt vorübergehen. Wenn du Ziele hast, dann steigt in dir auch die Erwartung etwas zu bewirken. Du wirst die Veränderung und Auswirkung in deinem Umfeld sehen wollen. Du wirst sie suchen und darauf achten, wenn es passiert.

„Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“
Johannes 10,10

Die Ziele von Jesus waren alles andere als selbstsüchtig. Er ist und bleibt das perfekte Vorbild für Selbstverleugnung und Hingabe „bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz.“ Von Jesus lernen wir, dass unsere Ziele zuerst und hauptsächlich den Nächsten dienen.

Ziele helfen, das gewünschte Ergebnis zu benennen und zu erkennen. Sie helfen uns zu den richtigen Dingen „Ja“ und „Nein“ zu sagen. Sie motivieren uns, etwas zu bewirken, was den anderen dient.

Welche Ziele

Was genau kann das für dich und mich in unserem Dienst in der Gemeinde bedeuten? Bestimmt nicht, dass wir uns hinsetzen und einige Wünsche zu Papier bringen, diese unserem Team vorlegen, nur um sie dann in Vergessenheit geraten zu lassen.

Mir hilft es, in Rastern oder Strukturen zu denken. Ziele formuliert man schließlich für bestimmte Personengruppen, um ein erwünschtes Ergebnis in absehbarer Zeit zu erreichen.

Wenn ich also Ziele für die unterschiedlichen Aspekte des Dienstes unseres Chores formulieren möchte, dann gehe ich in etwa so vor:

1. Musikalisch

Welchen Schwerpunkt möchte ich in nächster Zeit legen?

Überlegung:

Wir haben in letzter Zeit viel mit der Band gesungen. Hierbei haben der chorische Zusammenklang und der volle Ton etwas gelitten, weil wir uns gut hinter der Musik „verstecken“ konnten.

Ziel:

Wir werden einige a cappella Stücke machen und in den Aufwärmübungen Vokalausgleich und Projektion betonen.

2. Team

Was möchte ich tun, um die Gemeinschaft zu stärken?

Überlegung:

Wir haben schon länger keine gemeinsamen Einsätze gemacht und Austausch mit anderen Chören gehabt.

Ziel:

Ich werde den Chor ermutigen, im nächsten Jahr mit mir eine andere Gemeinde zu besuchen und deren Chor auch einmal zu uns einzuladen.

3. Leitung

Woran möchte ich im Leitungsteam des Chores arbeiten?

Überlegung:

Wir haben eigentlich eine gute Beziehung zueinander und werden diese durch regelmäßige Beratung und offene Kommunikation auch weiter pflegen. Ich merke jedoch, dass ein Mitglied des „inneren Kreises“ öfters nicht so investiert zu sein scheint.

Ziel:

Ich werde mich bewusst mit dieser Person in Verbindung setzen, um gemeinsam Erfolgserlebnisse zu haben und herauszufinden, was sie motiviert, damit ich sie besser in ihren Stärken einsetzen kann.

4. Gemeinde

Wie wollen wir der Gemeinde in diesem Jahr zum Segen sein?

Überlegung:

Wir haben in der letzten Zeit eine besondere Betonung auf persönliche Evangelisation und gastfreundliche Atmosphäre im Gemeindehaus gelegt. Als Chor können wir die Möglichkeiten schaffen, in denen Gemeindeglieder ihre Freunde einladen und mit zu einer einladenden Atmosphäre beitragen können.

Ziel:

Beim diesjährigen Adventskonzert werden wir besonders betonen, dass dies kein „Unterhaltungsevent“ für Gemeindeglieder ist, sondern eine Möglichkeit, mit unbekehrten Freunden gute gemeinsame Erfahrungen zu machen. Wir werden auch die besten Sitz- und Parkplätze für Gäste freihalten und zu einem Konzert nur kommen, wenn wir einen Gast begleiten.

Natürlich formuliere ich diese Ziele nicht allein, sondern in enger Abstimmung mit anderen Leitern. Außerdem müssen diese Ziele auch nicht zu Jahresanfang in allen Details stehen.

Manchmal kristallisiert sich der richtige Schwerpunkt erst im Laufe des Jahres heraus. Aber ohne einen groben Plan mit umrissenen Zielen bleibt nur eines übrig … weiter so wie bisher. Und das bedeutet effektiv Rückschritt.

 

Ich möchte an dieser Stelle erst einmal innehalten und dir die Möglichkeit geben, darüber nachzudenken, wie du persönlich mit Zielen und Zielformulierungen umgehst.

Noch ist etwas Zeit bis 2022 und genau deshalb ist es jetzt an der Zeit, nach vorne zu denken. Versuch dich doch Mal daran, Ziele für dein Team zu formulieren.

Gern komme ich auch mit dir darüber ins Gespräch. Melde dich einfach unter Jschroeder@bsb-online.de

Kommentare

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag, Johannes. Ich hab mir vorher nie Gedanken darüber gemacht und mir fällt jetzt die Notwendigkeit dafür auf, Ziele zu formulieren. Gott segne dich weiterhin.

    • Hallo lieber Alexander. Das Ziele setzten war für mich anfangs auch eine große Herausforderung (und ist es immer noch). Am Besten geht es bei mir, wenn ich nicht krampfhaft versuche etwas aufs Papier zu bringen, sondern im Gebet und im Gespräch mit anderen etwas zu erarbeiten, auch wenn es noch nicht 100% ausformuliert ist.


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