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Woran hängt mein Herz?

Jedes Jahr gebe ich meinen Studierenden am BSB die Aufgabe, einen Blog Beitrag über Musik und Anbetung zu verfassen. Ich bin immer wieder davon angetan, wie viele gute Beiträge dabei entstehen. In Absprache mit den Studierenden darf ich eine Auswahl hier veröffentlichen. Hier nun die Einleitung von Paul Klassen: „Kannst du dich um den Lobpreis und das Programm kümmern?“ Vielleicht kennst du es. Du wirst gefragt, hast sofort eine gute Idee und bist mitten in der Planung. Plötzlich schießt dir der Gedanke durch den Kopf, dass die Gemeinde eine ganz andere Tradition pflegt. Der innere Kampf geht los, woran orientiere ich mich? Hänge ich mich an mein Verständnis von Lobpreis oder passe ich mich dem Stil der Gemeinde an?

Vor einigen Wochen hat Gott unsere liebe Oma heimgerufen und wir fingen an, mit der gesamten Familie die Beerdigung zu planen. Ich war für das Programm verantwortlich.

Die Liedauswahl stand schnell fest und ich fragte nach Sängern, die mitmachen wollten.

Bei einem Lied aus meiner Auswahl wurde mir nahegelegt nach der Meinung des Chorleiters der Gemeinde zu fragen. Möglicherweise könnte dieses ein Anstoß sein, da es nicht dem Stil der Gemeinde entspricht.

In mir stieg Unverständnis auf und ich wusste, dass dieses Lied genau das ausdrückt, was ICH fühle und das Leben meiner Oma widerspiegelt. Mit meiner Bekehrung vor zwei Jahren hatte ich neue Erkenntnisse über den Glauben bekommen und viele neue Gemeindearten kennengelernt.

Dadurch war es für mich selbstverständlich, dieses Lied in der Gemeinde meiner Oma singen zu können. Durch diese Anmerkung kam eine Verletzung aus meiner Jugendzeit in dieser Gemeinde in mir hoch.

Ich betete dafür und rief den Chorleiter an. Nach einem kurzen Gespräch und der Benennung des Liedes bekam ich die Freigabe und schloss die Planungen ab.

Durch dieses Prozedere habe ich eine andere Form von Unterordnung gelernt. Diese hat meinen Stolz gebrochen und dadurch war ich an dem Tag der Trauerfeier viel sensibler.

Meine Gedanken drehten sich darum, ob sich jemand an diesem Lied stören könnte.

Kurz vor Beginn traf ich einen Bruder aus der Gemeinde und bat um ein Gespräch. In dem Gespräch konnten wir über die Vergangenheit sprechen und einander vergeben. Beim Vortragen selbst verlor ich keinen Gedanken über die Sorgen von vorher.

Fünf Wochen nach diesem Gespräch hatte Gott so viel an meinem Herzen gearbeitet, dass ich vor die ganze Gemeinde treten konnte, um mein Zeugnis zu geben. Nach langer Zeit durfte ich bei der Gemeinde um Vergebung der Vergangenheit bitten und auch Vergebung aussprechen.

Diese Erfahrung hat mich folgendes gelehrt:

1. Mein Herz ist trügerisch

Als mir gesagt wurde, ich solle lieber nachfragen, ob das Lied in das Gemeindekonzept reinpasst, kam in mir die alte Verletzung hoch. Die erste Reaktion war Rebellion. Nach meiner Vorstellung war dieses Lied sehr passend und ich sollte dieses Lied spielen.

2. Liebe erreicht mehr als Erkenntnis

Als ich anfing mich im Gebet auf das Thema einzulassen und die Leitung anrief, veränderte sich meine Denkweise. Die Menschen sind von Gott eingesetzt worden und haben auch die Verantwortung.

Wenn ich wirklich helfen will, dann nur, wenn ich es mit Liebe machen kann und nicht aus Zurechtweisung. Im Konflikt werden keine Beziehungen gebaut. Gott ist ein Gott der Beziehungen, und das sollte ich mir als Beispiel nehmen.

3. Unterordnung ist ein biblisches Prinzip

Nicht umsonst hat Gott sich die Unterordnung ausgedacht und uns Menschen geboten uns daran zu halten. Gott selbst kam auf die Erde und ordnete sich unter, indem er uns diente.

Wer bin ich, dass ich mich über jemand anderes stellen kann? Wenn ich mich nicht selbst unterordne, wie soll ich dann andere belehren können? (1.Tim. 3,1-7)

4. Gott hat die Weitsicht

Gott weiß, wie es in unseren Herzen aussieht und will uns heilen. Meistens genau damit, wo wir unsere größte Verletzung haben.

Es ging nie um dieses Lied selbst, sondern das ich eine Verletzung in mir trug. Diese wollte und konnte ich nicht ans Licht kommen lassen.

Dadurch, dass ich mich auf Gottes Führung eingelassen habe, hat er nicht nur den Vortrag gesegnet, sondern es war der Anfang von einem großen Schritt. Ich konnte in der Gemeinde mein Zeugnis erzählen, wie ich von Gott weggelaufen bin und gedachte habe, die Gemeinde wäre schuld.

Durch diese Verletzung konnte Gott genau in die Herzen sprechen, wo selbst Verletzung vorhanden ist. Ohne Liebe könnte ich niemals mein Herz offen ausschütten und Gott wirken lassen.

Hätte ich dieses Lied ohne Rücksicht gespielt, wäre vielleicht kein großer Ärger entstanden, aber es wäre auch nicht so ein riesiger Segen daraus geschehen.     Wir haben uns manchmal in Themen so festgefahren und sind innerlich verbittert, weil wir denken, wir wären im Recht.

 

Hast du auch eine Verletzung, die du versuchst zu schützen, indem du deine Erkenntnis über die Liebe und Unterordnung stellst?

Wenn wir uns im Gebet darauf einlassen, wird Gott unsere dunklen Stellen an Tageslicht bringen und heilen.

In einem Lied heißt es:

…Ich leg dir alles hin, was ich verberge, wirst du nicht heilen. Ich will bei dir sein… „

(Eli Worship „Bei mir“)

 

 

 

 

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