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Meine Frau ist eine wunderbare Klavierspielerin. Seitdem sie 14 Jahre alt ist, spielt sie regelmäßig in Gemeinden, begleitet Solisten und gibt hier und da ein Konzert. Diesen kurzen Auftritten gehen viele Stunden der Vorbereitung voraus. Und manchmal stellten wir uns schon die Frage: Lohnt sich der Aufwand überhaupt? Sie fragte mich einmal, „merken die Leute überhaupt, wenn ich mich extra viel bemühe?“ Und wenn erwartete Ergebnisse ausbleiben, geht diese Frage schon einmal an die Substanz. Lohnt sich mein Einsatz überhaupt? Wann ist genug?

Herausforderung

Ich sehe mich selbst immer wieder herausgefordert: Wann ist genug? Gebe ich alles für Jesus, schone ich mich zu sehr oder werde ich bald einfach nur ausbrennen?

Manche sagen mir, ich soll mein Leben in Balance halten. Doch dann sind da Sätze von Paulus, wie „Christus ist mein Leben, sterben mein Gewinn.“ Das klingt nicht nach Leben im Gleichgewicht, oder?

Andere raten mir auch mal auf mich selbst zu achten. Doch dann höre ich Missionsberichte von Menschen, die alle Sicherheiten aufgegeben haben, um dem Ruf Gottes zu folgen. Wäre ich dazu bereit?

Ich sehe die Stunden von hingegebener Vorbereitung und stumpfer Wiederholung, die meine Frau investiert, damit die Musik nur ein Stückchen besser wird? Stimmt hier der Kosten-Nutzen-Faktor?

Ohne die endgültige Antwort zu haben, sehe ich jedoch ein Muster. Da sind Menschen, die von Jesus und seiner Mission für ihr Leben ergriffen sind. Sie haben ein völlig überdurchschnittliches Maß für das „Genug“.

Sich voll zu investieren, alles hineinzulegen, Opfer zu bringen, Vollgas für Christus. Das ist nicht ganz ungefährlich.

Gefahren

Vollgas für Christus ist eine gute Sache. Doch hohe Investition bleibt nie ohne Risiko. Einige Gefahren die mich, und vielleicht auch dich, betreffen..

Zielstrebigkeit

Ich diene mit Menschen und ich diene für Menschen. Doch wenn eine Aufgabe in meinem Herzen brennt, dann wird sie schnell wichtiger als meine Mitmenschen.

Mein Team ist nur noch das Werkzeug, um das Ziel zu erreichen. Wer nicht mitzieht, wird zurückgelassen. Schrecklich, aber viel zu oft geschehen.

Lohn

Eine zweite Gefahr scheint mir zu sein, den Lohn für die Arbeit an der falschen Stelle zu suchen. Im Ergebnis, nicht in der Treue.

Was ich tue, muss etwas bewirken. Ein verständlicher Gedanke. Doch wenn ich im Werk des HERRN unterwegs bin, dann darf ich die Ergebnisse auch getrost dem HERRN überlassen oder?

Kraft

Was mich motiviert, setzt ungeahnte Kräfte, Energie und Konzentration in mir frei. Meine Gaben fahren auf Hochtouren. Meine Persönlichkeit kommt voll zur Geltung.

„Dient … aus der Kraft, die Gott darreicht“ – 1 Pe 4,11

Leider merke ich oft zu spät, dass ich wieder einmal auf der Reserve meiner eigenen Kraft laufe, als auf dem Kraftstoff des Geistes Gottes.

Perspektive

Doch nicht der übergroße Paulus, sondern die namenlose Frau aus Markus 14 hat mir bei dieser Herausforderung geholfen.

„Sie zerbrach das Fläschchen und goss es auf sein Haupt.“ Die Frage der kalkulierenden Jesusnachfolger gleich im Anschluss: „Wozu diese Verschwendung?“ (Mk 14,3-4)

Hier folgt eine Frau einem inneren Drang, alles in diesen einen Moment zu investieren. Sie hält nichts zurück. Sie investiert ein Vermögen für eine symbolische Handlung und etwas bessere Luft in der Gegenwart von Jesus.

„Man hätte doch…“, oder „man müsste doch.“ Das sind verständliche Reaktionen derer, die nicht selbst in den Schuhen der Frau steckten.

Mir fällt Folgendes auf:

Sie hat getan, was sie sollte.

Das war ihr Moment, ihre Chance, ihre Berufung.

Niemand sonst im Raum hatte die Mittel, die Möglichkeiten und die Motivation zu diesem Dienst. Von niemand anderem hat Jesus diese Ehre empfangen können.

Sie hat getan, was nur sie tun sollte. Sie wusste, warum sie es tat … und Jesus wusste es auch, und er sagte: „Sie hat ein gutes Werk an mir getan!“ (Mk 14,6)

Jesus geht noch einen Schritt weiter und verteidigt die „Verschwendung“ mit den Worten:

Sie hat getan, was sie konnte!

Das ist die Herausforderung und gleichzeitig auch die Antwort für mich. Die Frage ist nicht, wann ist genug? Sondern – habe ich getan, was ich konnte?

Sie tat mehr, als sie wusste.

Diese Investition der Frau bedeutete mehr, als sie selbst in dem Moment verstehen konnte.

Nicht nur, dass die Jünger nicht begriffen, wozu diese „Verschwendung“ von Ressourcen gut sein sollte. Die Frau selbst konnte auch nicht wissen, dass sie „im Voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt“ hatte, wie Jesus erklärte.

Ich darf nicht vergessen, dass ich einem Gott diene, der mir den Auftrag gibt, um durch mich zu wirken. Was er vorhat und was er alles erreichen möchte, bleibt mir und anderen oft verborgen.

Wir können die Wirksamkeit unserer Investition nicht immer richtig beurteilen. Vielleicht ist deshalb „Treue“ der wichtigere Maßstab als „Frucht“ (wie auch immer wir Frucht verstehen)?

Ihr Dienst wirkt bis heute.

Die Jünger hatten mit ihrer Kritik an der zerbrochenen Alabasterflasche einen Dienst im Blick, der sich auf ihr „jetzt und hier“ bezog.

Armen helfen ist nobel, richtig und von Jesus durchaus befohlen. Nur ist die Not, die „allezeit bei euch“ nicht die einzige Aufgabe, der wir nachgehen sollten.

Jesus machte aus der übertriebenen „Fehlinvestition“ einen Moment für die Ewigkeit. Er sagte: „Wo das Evangelium gepredigt werden wird in der ganzen Welt, wird auch von dem, was sie getan hat, geredet werden zu ihrem Gedächtnis.“

Wow! Diese unbekannte Frau hatte alles in einem Moment investiert. Und dieser Moment wirkt bis heute nach. Das kann nur Jesus machen.

Hier ist, was ich gelernt habe. Wann ist genug?

  • Tue, was du sollst.
  • Tue, was du kannst.
  • Gott kann mehr daraus machen, als du denkst.
  • Die Langzeitwirkung darfst du Gott überlassen.

Alles will ich Jesus weihen

Meines Geistes beste Kraft

All mein Denken, all mein Streben

Alles, was mein Tagwerk schafft

(Judson Wheeler, Van DeVenter)

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