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Anbetung im NT – Teil 1: Zugang

Wer sich mit biblischer Anbetung auseinandersetzt, sollte früher oder später den Vergleich zwischen den Testamenten anstellen. Wie sieht die Anbetung im NT im Kontrast zum AT aus? In erster Reaktion neigt man vielleicht dazu, die krassen Unterschiede zu bemerken. Im Alten Bund gibt es strenge Opfervorschriften, Liturgien und Riten. Im Neuen Bund gilt es den Vater in Geist und Wahrheit anzubeten. So einfach sollten wir es uns jedoch nicht machen. Dr. Ron Man hilft uns dabei, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Anbetung in den unterschiedlichen Testamenten der Bibel zu verstehen. Damit eröffnet er eine Reihe von Beiträgen zur Anbetung im NT.

Kontinuität von Alt zu Neu

Es ist wichtig, die tiefgreifenden Kontinuitäten der Anbetung im Alten und Neuen Testament zu erkennen:

  1. In beiden Testamenten wird die Anbetung als eine angemessene Antwort auf die Selbstoffenbarung Gottes dargestellt.
  2. In beiden Testamenten gilt die Anbetung dem Schöpfer, dem einen wahren Gott, dessen Charakter sich nie ändert und dessen Herrlichkeit über allem steht.
  3. In beiden Testamenten wird die Anbetung durch Gottes gnädiges Geschenk der Erlösung möglich gemacht.
  4. In beiden Testamenten ist Gott für den sündigen Menschen nur durch einen göttlich ernannten Vermittler nahbar.

Die Überlegenheit des Neuen

Dennoch bringt der Neue Bund tiefgreifende Veränderungen der Anbetung mit sich. Er ist die Erfüllung der Gesetze im AT und er basiert auf der Person und dem Erlösungswerk von Jesus Christus.

Das ist jedenfalls das Argument des Hebräerbriefes. Der Neue Bund ist in all seinen Aspekten dem Alten überlegen. Vier dieser Aspekte werden uns in diesem und den nächsten Beiträgen beschäftigen.

1. ZUGANG

Das Anbetungssystem des Alten Bundes zeigte deutlich die Distanz zwischen Gott und seinem Volk. Ja, es war ein System voller gnädigen Bestimmungen für die Beziehung zum bundestreuen Gott Israels. Doch der Zugang zur Gegenwart Gottes war streng verboten.

Das gewöhnliche Volk durfte die Stiftshütte und später den Tempel überhaupt nicht betreten. Der Eintritt in das Allerheiligste war allein dem Hohepriester vorbehalten, der selbst nur einmal im Jahr, am Versöhnungstag, eintreten durfte.

Christus eröffnet den Zugang

Der Hebräerbrief zeigt deutlich, wie alle Schranken dieses Systems des Alten Bundes durch den Erlösungstod Christi am Kreuz zerstört und der Weg in die Gegenwart Gottes völlig frei gemacht wurde, in die Gegenwart Gottes genau im Moment des Todes Christi (Matthäus 27,51; Markus 15,38; Lukas 23,45).

Im Hebräer 10,19-22 erreicht der Autor den Höhepunkt seiner Ausführungen. Der überlegene Christus, sein Priestertum, sein Opfer, der Neue Bund und insbesondere seine Bedeutung für uns als Anbeter werden zusammengefasst:

„Darum, Brüder, da wir die Zuversicht haben, in das Heiligtum einzugehen durch das Blut Jesu, durch den neuen und lebendigen Weg, den er uns aufgetan hat durch den Vorhang, das heißt durch sein Fleisch, und da wir einen großen Priester haben über das Haus Gottes, so lasst uns nahen mit wahrhaftigem Herzen in voller Glaubensgewissheit, mit besprengtem Herzen, rein von einem bösen Gewissen, und mit reinem Wasser gewaschenem Leibe. „

Christen haben freien Zugang

„Darum … lasst uns nahen“ – dieser Imperativ (proserchomai) beschreibt die Annäherung an Gott in der Anbetung. Im AT war dieses „Nahen“ durch die Beschränkungen des Tempels nicht wirklich nah. Aber jetzt ist der Zugang für uns offen!

Wegen Christus werden wir aufgefordert „in voller Gewissheit des Glaubens“ in der „Zuversicht“ zu Nahen. Der Autor sagt: „Wir haben diesen wunderbaren Zugang durch Christus jetzt nutzt ihn voll aus!“

Der Schreiber des Hebräerbriefs nennt sogar zwei Gründe, warum wir uns nähern können, und zwar mit Zuversicht und Gewissheit:

  1. „denn wir haben die Zuversicht, in die heiligen Örter einzugehen durch das Blut Jesu, durch den neuen und lebendigen Weg, den er für uns geöffnet hat durch den Vorhang, das heißt durch sein Fleisch“ (V. 19a-20): das heißt, wegen des vergangenen Werkes Christi für uns, das den Weg öffnet.
  2. „denn wir haben einen großen Priester über das Haus Gottes“ (V. 21): das heißt, wegen des gegenwärtigen Werkes Christi, das unsere Anbetung befähigt, vermittelt und vervollkommnet und den Weg weist.

Was für eine wunderbare, zweifache Wahrheit über die Rolle Christi in unserer Anbetung: Er ermöglicht uns den Zugang zum Vater und er nimmt uns aktiv mit in die Gegenwart des Vaters!

Christen haben direkten Zugang

Die Reformatoren stellten diese entscheidende Wahrheit wieder her, die in der Kirche während des Mittelalters weitgehend verloren gegangen war. Damals glaubten die Menschen, dass sie durch Maria, die Heiligen oder einen Priester gehen müssten, damit ihre Gebete erhört oder ihre Anbetung von Gott angenommen werden konnte.

Calvin, Luther und die anderen Reformatoren stützten sich weitgehend auf das Buch der Hebräer, um zu zeigen, dass „es einen Gott gibt und einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Menschen Christus Jesus“ (1. Timotheus 2,5).

Zugang: Das Ziel des Evangeliums

Dieser kostbare Zugang zu Gott ist eines der wichtigsten Ziele des Evangeliums. Dafür hat Christus unseren Sieg errungen.

Sicher, das Kreuz errettet uns von Sünde, Tod und Hölle. Doch Christus starb nicht nur, um uns von etwas zu retten, sondern auch zu etwas zu retten: damit wir den Zugang zu Gott genießen und ihn für immer verherrlichen können.

„Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott bringe“ (1. Petrus 3,18).

„Und er kam und verkündigte den Frieden denen, die fern sind, und den Frieden denen, die nahe sind. Denn durch ihn haben wir beide in einem Geist Zugang zum Vater“ (Epheser 2,17-18).

„Darum kann er alle retten, die durch ihn zu Gott kommen, denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten“ (Hebräer 7,25),

Oder wie Fanny Crosby es ausdrückte:

„Oh Gott dir sei Ehre, der großes getan.
Du liebest die Welt, nahmst der Sünder dich an.
Dein Sohn hat sein Leben zum Opfer geweiht.
Der Himmel steht offen zur ewigen Freud!
Preist den Herrn!“

Meine persönliche Frage an dich: Wie kannst du deiner Gemeinde diesen Aspekt der Anbetung vermitteln? Was würde geschehen, wenn die Mitglieder deiner Gemeinde wirklich verstehen, was es bedeutet, diesen Zugang zu Gott in Christus zu haben? Was bedeutet es für dich?

Original veröffentlicht in: Worship Notes: Volume 4, Number 3  March 2009

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