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Die wunderbare Beziehung zwischen Anbetung und Gebet

Ich habe derzeit das Privileg an der Übersetzung eines neuen Andachtsbuches mitzuarbeiten. Der Autor Dwayne Moore (Leiter von Next Level Worship) setzt sich darin sehr gründlich mit dem Vater Unser auseinander. Dieser Blog ist eine kleine Vorschau dessen, was hoffentlich in nächsten Jahr herauskommen wird. In diesem Auszug schreibt Dwayne darüber, wie Gebet und Anbetung miteinander verknüpft sind und was wir von den Weisen aus dem Morgenland dazu lernen können.

Ich habe einen Freund namens Donald, der ein Pastor ist. Er lebt in Sambia, einem schönen Land im südlichen Zentralafrika, etwas mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Donald hat ein Herz für Gott, das auch mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland. Ich hatte das Privileg Donald als Coach zu begleiten und stehe nun seit mehreren Jahren mit ihm zusammen im internationalen Dienst. Wie gerne höre ich Donald beim Beten zu. Glaube mir, wenn es dir mal schlecht geht, dann willst du, dass Donald mit dir betet. Bevor er Amen gesagt hat, wirst du ermutigt und gestärkt sein! Irgendwie schafft Donald es immer seine Gebete in Lobpreis münden zu lassen.

So sollte es sein, wenn wir beten. Das Gebet ist Gemeinschaft mit Gott. Und je mehr wir mit unserem wunderbaren und liebenden Vater zusammen sind, umso wärmer sollte die Anbetung in unseren Herzen auch werden.

Ich möchte, dass du etwas ausprobierst. Du hast diese Woche das Vaterunser schon einige Male gesprochen. Bete es jetzt noch einmal laut. Denk dabei darüber nach, was du sagst. Würdige jedes Wort und richte es bewusst an Gott. Stelle dir dabei vor, er würde sich zu dir beugen, um dein Gebet zu hören. Bleibe konzentriert bis zum Amen dabei. Achte darauf, ob sich in deinem Herzen nicht etwas regt, während du so betest.

Was ist geschehen? Hat sich in deinem Inneren etwas geregt, als du das Gebet gesprochen hast? So, wie das Vaterunser unsere Gedanken und Herzen zum Vater erhebt, so, wie es unsere Lasten vor ihn bringt und so, wie es im überschwänglichen Lobpreis und erhabenen Amen endet – alles an diesem Modell des Gebets bringt eine völlige Abhängigkeit von Gott zum Ausdruck. Man kann nicht ernsthaft das Vaterunser sprechen, ohne zu merken, dass Gott Gott ist, und nicht wir. Und genau das fasst zusammen, was wahre Anbetung ist, nämlich den Herrn als Herrn anzuerkennen und sich ihm hinzugeben.

Lies doch bitte jetzt Psalm 57. Kannst du erkennen, wie das Gebet Davids langsam von einem verzweifelten Schrei nach Hilfe zu einem Gott verherrlichenden Lobpreis wird? Markiere jede Stelle, in der Anbetung oder ein Bekenntnis dessen, wer Gott ist, zum Ausdruck kommt.

Von Herzen

Das englische Wort worship kommt vom altenglischen Wort „worthscipe“ (oder worth-ship) [dt. Würde geben]. Grundsätzlich bedeutet es also jemanden zu würdigen; jemanden all unserer Aufmerksamkeit und Zuneigung für würdig zu erachten. Wir würdigen Gott, wenn wir ihn mit Herz, Verstand, Seele und Kraft lieben (Markus 12,30).

Zur Anbetung Gottes gehören beides, Handlungen des Gehorsams und die Haltung der Liebe zu Gott und zum Nächsten. So kann das Gebet des Vaterunsers ein Akt der Anbetung sein, vorausgesetzt wir meinen die Worte des Gebets ernst. Denn Anbetungshandlungen kommen aus einem anbetenden Herzen. Wahre Anbetung bedeutet Gott zu lieben, ihm gehorsam zu sein und ihn in allem gefallen zu wollen.

Paulus sagte, „ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!“ (1. Korinther 10,31). Anbetung ist so viel mehr, als zu singen oder zur Kirche zu gehen. Anbetung ist eine Art zu leben. Angefangen mit alltäglichen Dingen wie essen und trinken, bis zum Zeugnisgeben oder den unangenehmen Menschen zu lieben – alles, was wir tun, kann zur Anbetung werden, wenn es aus einem Herzen kommt, das Gott vor allem ehrt und liebt.

Manche fragen sich vielleicht: Warum redest du so viel über Anbetung, wo es hier doch um das Vaterunser geht? Ganz einfach. „Das Gebet ist in erster Linie ein Akt der Anbetung, bei dem sich der Betende der Autorität desjenigen unterwirft, dem das Gebet dargebracht wird.“ Dr. John MacArthur erklärt weiter, das Vaterunser ist „in erster Linie ein Ausdruck der Anbetung … Das Gebet ist die höchste Form der Anbetung, an der ein Mensch teilnehmen kann.“

Könnte es sein, dass Jesus wusste, dass in uns ein Herz der Anbetung wachsen würde, wenn wir dieses Gebet tagtäglich zu unserer Gewohnheit machten? Denk einmal darüber nach. Wie sonst könnten wir den herausfordernden Worten von Jesus, die er uns in der Bergpredigt aufgetragen hat, gerecht werden, außer mit einem Herzen, das Gott anbetet?

Betrachten wir doch einige Beispiele aus der Predigt von Jesus in Matthäus 5-7:

  • Jesus sagte, „glückselig sind die Sanftmütigen“, und alle, die nach Gerechtigkeit hungern, die Barmherzigen, die reinen Herzens sind und die Friedensstifter. Alle diese Eigenschaften sind Herzensangelegenheiten.
  • Jesus sagte, „freut euch und jubelt“, wenn wir wegen ihm verfolgt werden. Wir können nicht äußerlich jubeln, wenn wir nicht innerlich froh sind. Freude kann man nicht vorspielen. Entweder sie ist im Herzen, oder sie ist es nicht.
  • Jesus sagte, „lasst euer Licht leuchten.“ Damit wir unser Licht vor anderen leuchten lassen wollen, brauchen wir zunächst ein Herz für die Menschen. Im Herzen wächst unsere Last und Liebe für den Nächsten.
  • Jesus sagte, dass unsere Gerechtigkeit die der „Schriftgelehrten und Pharisäer“ übertreffen sollte. Gemäß der Strong’s Konkordanz, bedeutet die Gerechtigkeit, von der Jesus hier spricht, folgendes: „Integrität, Tugend, Reinheit des Lebens, Aufrichtigkeit, und Korrektheit im Denken, Fühlen und Handeln.“ Wir sind zu keinem dieser Aspekte der Gerechtigkeit fähig ohne ein Herz, das mit Gott im Reinen und ihm ganz hingegeben ist.
  • Jesus sagte, wir sollten einander nicht töten oder Ehebruch begehen. Dann fügte er hinzu, dass die bloße Absicht, die hinter diesen Taten steht, im Herzen schon zur Sünde wird.
  • Jesus sagte, dass wir uns im Himmel Schätze anhäufen sollten, „denn da, wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“

Diese Beispiele machen es sehr deutlich, dass es dem Herrn um den Zustand unseres Herzens geht. Noch einmal zur Wiederholung, ich glaube, dass einer der Hauptgründe dafür, warum Jesus seinen Jüngern das „betet ihr nun so“ sagte, der war, ihnen (und uns) zu helfen, ein Herz zu entwickeln, das Gott liebt und nachfolgt.

In Matthäus 15 bestätigt Jesus den Gedanken, dass Gebet aus einem anbetenden Herzen kommen muss. In diesem Abschnitt weist Jesus die Pharisäer in ihrem heuchlerischen Umgang mit jüdischen Traditionen und dem Gesetz Gottes zurecht.

Lies doch jetzt bitte die ersten 11 Verse aus Matthäus Kapitel 15. Achte dabei besonders darauf, was Jesus in den Versen 8 und 9 über ihr Herz der Anbetung zusagen hat.

Jesus nannte die Anbetung der Pharisäer „vergeblich“, denn sie kam nicht aus Herzen, die Gott ganz hingegeben waren. Ihre Anbetung war nicht echt. Im Grunde sagte er hier, dass alles, was über unsere Lippen kommt, aus einem Herzen der Anbetung strömen sollte. Natürlich gehört auch das Gebet mit dazu. Ein Gebet, das aus einem Herzen der Anbetung kommt, ist ein Gebet, das das Ohr Gottes erreicht und auf das er gerne antwortet.

In Matthäus 15,8-9 zitiert Jesus den Propheten Jesaja. Jesaja hatte zu dem Thema aber noch mehr zu sagen:

„Siehe, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören; sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, dass er nicht hört.“
– Jesaja 59,1-2 –

Ist dir die letzte Zeile aufgefallen? Das sind mutige Aussagen, aber es ist auch eine Wahrheit, die wir hören und beachten sollten. Gott wird uns nicht hören, wenn wir Sünde in unserem Herzen verbergen. Nichtbekannte Sünde führt unsere Herzen weit von Gott weg. Wir müssen Buße tun und die Sünde lassen, da wir ja wissen, dass er treu und gerecht ist unsere Schuld zu vergeben. Weil er barmherzig ist, können wir „hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ (Hebräer 10,22)

Gemeinsamkeit

Können wir anbeten, ohne zu beten? Das ist möglich. Können wir beten, ohne anzubeten? Auch wieder ja, … aber nicht lange. Das eine wird immer zum anderen führen. Wenn wir ernsthaft beten, sollte es uns in die Anbetung führen. Wenn wir ernsthaft anbeten, wird uns das ganz sicher ins Gebet führen. Denn echte Anbetung und echtes Gebet haben etwas Grundsätzliches gemeinsam: Beide kommen aus einem Herzen, das in Gemeinschaft mit Gott lebt. So ein Herz sehnt nach der Begegnung mit Gott, treibt uns auf die Knie, zieht uns zum Kreuz und drängt uns täglich neu zur Hingabe.

Als die Weisen aus dem Morgenland schließlich bei Jesus ankamen, war dieser wahrscheinlich schon ein kleiner Junge von etwa 2 – 3 Jahren. Es wird uns nicht genau mitgeteilt, aber ich kann es mir nicht vorstellen, dass sie bei ihrer Begegnung mit Jesus nicht auch ein paar Worte direkt zu ihm sagten. Ich denke, es ist möglicherweise geschehen. Was wir aber wissen ist dies:

Und als sie in das Haus gekommen waren, sahen sie das Kind mit Maria, seiner Mutter, und sie fielen nieder und huldigten ihm, und sie öffneten ihre Schätze und opferten ihm Gaben: Gold und Weihrauch und Myrrhe.“
– Matthäus 2,11 –

Was für ein Vorrecht diese Männer doch hatten. Kein Wunder, dass sie sich mit außerordentlicher Freude freuten, als sie den Stern sahen. Sie wussten, sie würden gleich mit Gott selbst Gemeinschaft haben! Sie würden von Angesicht zu Angesicht mit Jesus reden können. Sie beteten ihn an. Im Grunde beteten sie zu ihm.

Ich hoffe, dass du nach dieser Lektion das Gebet nicht mehr von der Anbetung trennen kannst. Sie gehen immer Hand in Hand. Das Vaterunser, täglich gebetet, kann uns helfen, ein Herz zu bekommen, das Gott liebt und ehrt, mit einer Echtheit, die nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, sondern das ganze Leben bestimmt.

 

Der Artikel erschien zuerst hier: https://www.nextlevelworship.com/the-awesome-relationship-of-worship-with-prayer/

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