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Zwischen Liedern reden – Was soll ich sagen? – Best of

In den letzten Jahren begann etwas Neues in unseren Gottesdiensten, – die Musiker begannen zu reden. Doch was funktioniert denn zwischen den Liedern? Ganz offensichtlich hängt die Antwort auf diese Frage von den Erwartungen deiner Gemeinde und deinen Möglichkeiten im Gottesdienst ab. Es gibt wohl nicht das Rezept. Dennoch habe ich einige Formen und Ideen ausprobiert. An anderer Stelle habe ich dieses Thema bereits eingeführt. Dort ging es hauptsächlich darum, wie wir reden sollen. Jetzt gehen wir also einen Schritt weiter: Was soll ich sagen?

Hier geht es zum 1. Teil dieses Beitrags.

Was soll ich sagen?

Das Reden vor und zwischen Liedern ist eine ganz besondere Form der Kommunikation.

Wir sollen zielgerichtet, vorbereitet, eingebettet und authentisch reden. Das sind die Voraussetzungen für gute Kommunikation zwischen den Liedern (wie im 1. Teil bereits ausgeführt).

Doch was genau soll denn zwischen den Liedern gesagt werden? Ich möchte einige Formen ansprechen, die in meiner Praxis gut funktioniert haben.

1. Bibelverse

Oft ist es das Beste, nicht selbst zu reden, sondern Gott direkt zu Wort kommen zu lassen. Gut ausgewählte Bibelverse mit Betonung gelesen, brauchen oft keinen zusätzlichen Kommentar.

Selbst vorlesen

Lies die Bibel, lasse Gott reden, und dann leite die Gemeinde in eine gesungene Antwort oder Vertiefung des Gelesenen. Das habe ich oft als sehr bedeutungsvoll und effektiv erlebt.

Vorlesen lassen

Wer selbst kein guter Vorleser ist, kann diesen Teil auch an andere im Team delegieren. Ich habe auch gute Erfahrungen mit abwechselnd gelesenen Versen gemacht.

  • Manchmal hat der Text einen Dialog, den man nachempfinden kann.
  • Manchmal hat der Text zwei Sinnesabschnitte, die von unterschiedlichen Personen gelesen werden können.

Gemeinsam lesen

Wenn eure Gemeinde das mitmacht, können auch alle zum Mitlesen eingeladen werden. Dabei ist es wichtig, bei jedem Satzzeichen eine Pause einzulegen.

Eine Variation dieser Idee ist das Lesen im Wechsel. Bestimmte Passagen liest eine Person vor und die Gemeinde antwortet mit der nächsten Passage.

2. Gebete

Manche Lieder leiten ganz natürlich in ein kurzes Gebet. Auch hier gilt, dass vor und nach einem Gebet nicht viel dazu gesagt werden muss.

Daher ist es, wichtig die Lieder gezielt auszusuchen und die eigenen Worte im Gebet bewusst zu wählen.

Freies Gebet

Ob du ein freies Gebet anleitest, an dem sich alle beteiligen können, oder ob du selber betest, sollte gut überlegt sein. z.B.:

  • Leitet das vorangegangene Lied in eine Gebetsgemeinschaft ein?
  • Wie viel Zeit möchtest du diesem Element überlassen?
  • Wird ein von mir gesprochenes Gebet die Botschaft des Moments verstärken können?

Formuliertes Gebet

In manchen Denominationen werden im Gottesdienst vorgefasste Gebete gesprochen. Diese Praxis kann auch unsere Gottesdienste bereichern.

Ich habe selbst sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Wenn ich mich im Vorfeld hinsetze, um ein Gebet zu formulieren, dann kommt am Ende meist etwas Gutes heraus:

  • Das Gebet hat mehr Tiefe.
  • Es ist in sich selbst schlüssig im Aufbau.
  • Ich verzichte auf Füllwörter und gewohnte Floskeln.
  • Ich vermeide, schlechte Theologie zu beten.

3. Stille

Nicht jeder mag sie. Mancher hält sie nicht aus. Andere begrüßen oder ersehnen sie. Stille!

Ich glaube, wenn wir die Gemeinde gezielt dazu anleiten, dann können 30-90 Sekunden der Stille vor Gott enorm kraftvoll sein. In unserer lauten Zeit ist Stille ungewohnt, aber wohltuend.

„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin“ (Psalm 46,11a).

Stille sollte aber nicht gleich Leere bedeuten. Stille heißt nicht, nichts zu tun und nichts zu denken. Hier ein paar Ideen, wie die Stille begleitet sein könnte:

  • Leise instrumentale Begleitung (idealerweise keine bekannte Melodie).
  • Einen Gedanken zur Reflexion mitgeben.
  • Bilder über den Beamer laufen lassen.

4. Freie Rede

Die wohl häufigste Art zwischen Liedern zu sprechen, ist die freie Rede. Ich meine aber, wir sollten an dieser Stelle eher kürzer reden und dabei mehr sagen.

Das freie Reden ist oft notwendig. Doch bevor ich den Mund öffne, will ich mir darüber im Klaren sein, was ich erreichen möchte.

In der Regel verfolge ich mit den frei formulierten Worten eines von zwei Zielen:

  1. Zeige auf das Thema – Spotlight
  2. Erfrische das Lied – Rahmen

Spotlight – zeige auf das Thema

Die meisten unserer Lieder sagen mehr aus als nur einen einzigen Gedanken. Das ist auch gut so.

Durch meine einleitenden Worte kann ich die Aufmerksamkeit der Gemeinde jedoch auf einen Aspekt der Botschaft des Liedes richten, den ich hervorheben möchte.

Wie ein Scheinwerfer einen Schauspieler auf der Bühne hervorhebt, richte ich die Gedanken auf diesen einen Aspekt aus.

Da ich durch die Lieder insgesamt eine zusammenhängende Botschaft vermitteln möchte, helfen diese Impulse, den roten Faden deutlich werden zu lassen.

Ich möchte nicht einfach davon ausgehen, dass der Gottesdienstteilnehmer diese Verbindungen ganz allein findet.

Rahmen – erfrische das Lied

Manchmal braucht ein altes, bekanntes Lied einfach einen frischen Kontext oder eine neue Perspektive, um es wieder neu zu erleben und bewusster zu singen.

Für mich bedeutet das, dem Lied einen neuen Rahmen zu geben. So wie ein Bild oder Foto durch einen Rahmen zur Geltung kommen kann, kann es auch mit Liedern geschehen.

Hier sind einige Rahmen, die ich schon ausprobiert habe

  • Die Entstehungsgeschichte des Liedes erzählen.
  • Informationen über den Autor weitergeben.
  • Den zugrunde liegenden Bibelvers lesen.
  • Etwas über die Zeit, aus der das Lied stammt, erzählen.

Diese Hinweise und Gedanken kommen allesamt aus meiner persönlichen Erfahrung. Ich bin sicher, du hast deinen eigenen Erfahrungsschatz. Ich würde mich freuen, wenn du etwas davon hier im Kommentar mitteilen würdest.

 

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