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Anbetung global – was wir lernen können (Teil 1)

Nach zwei Wochen krankheitsbedingtem Ausfall, steige ich nun wieder mit einer Blog-Reihe von Dr. Ron Man ein. Er ist Ethnodoxologe und als solcher international unterwegs, um über die Theologie der Anbetung zu sprechen. In den nächsten Wochen möchte ich seine Erfahrungen und Beobachtungen zum Thema „Anbetung Global – was wir lernen können“ weitergeben. Heute beginnt Ron Man mit einigen einleitenden Gedanken zur globalen Entwicklung der Anbetung in evangelikalen Gemeinden.

Das globale Phänomen

1961 schrieb A. W. Tozer ein Buch, in dem er die Anbetung als „das fehlende Juwel der evangelikalen Gemeinden“ bezeichnete.

Er meinte, dass die Evangelikalen viele gute Dinge taten. Doch das Wichtigste von allem vernachlässigten: die Anbetung des allmächtigen Gottes.

Tozer war eine prophetische Stimme, die über Anbetung sprach, als es in der evangelikalen Welt noch niemand tat. Würde er heute noch leben, wäre er sicher erstaunt darüber, wie sich die Situation in den letzten 50 Jahren verändert hat. Heute ist die Anbetung in den meisten Kirchen ein zentrales Diskussionsthema.

Es gibt eine Fülle von Büchern über Anbetung, Konferenzen und Workshops über Anbetung, Anbetungslieder und -aufnahmen. Dazu findet man Kurse über Anbetung und sogar Studiengänge für Anbetung in manchen Bibelschulen und Seminaren.

Das Werk Gottes

Gott scheint in unserer Zeit am Werk gewesen zu sein. Er hat der Anbetung in der Gemeinde Jesu Christi wieder den ihr gebührenden Stellenwert zurückgegeben.

Und das nicht nur in den USA: In den letzten 10 Jahren hatte ich das Privileg, in 26 anderen Ländern Kurse und Seminare über Anbetung zu halten.

Allein 2010 Jahr hatte ich die Gelegenheit, an drei Veranstaltungen von historischer Tragweite in ganz unterschiedlichen Teilen der Welt teilzunehmen. Bei jeder dieser Veranstaltungen wurde etwas von der globalen Breite und Tiefe der Kirchenmusik und der Anbetung untersucht, erlebt und gefeiert.

In Singapur fand die Globale Konsultation über Musik in der Mission statt. Bei dieser Veranstaltung waren 42 Länder vertreten, wobei der Anteil der asiatischen Länder natürlich sehr hoch war.

Eine ähnliche Veranstaltung fand in Riga, Lettland, im äußersten Nordosten Europas statt. Es war die erste Veranstaltung dieses Umfangs, die von Osteuropäern selbst geplant und durchgeführt wurde. An der Veranstaltung nahmen Kirchenmusiker und Kirchenmitarbeiter aus Baptistenkirchen in sechs Ländern des ehemaligen Sowjetblocks teil.

In Pakistan fand eine „Nationale Konsultation über Kirchenmusik und Gottesdienst“ statt. Die Teilnehmer kamen zwar alle aus Pakistan, aber diese Veranstaltung zeichnete sich dadurch aus, dass sie von vielen christlichen Denominationen des Landes besucht wurde.

Kirchenmusiker, Sänger, Texter, Musikproduzenten, Gottesdienstleiter, Pastoren, Seminarstudenten und Fakultätsmitglieder waren mit dabei.

Eine bemerkenswerte Zusammenkunft für ein zuvor überwiegend muslimisches Land! Zwei identische Konferenzen in verschiedenen Teilen des Landes ermöglichten die Teilnahme von Menschen aus dem ganzen Land.

Der Auftrag der Lehre

Einer der ermutigendsten Aspekte, der all diesen Veranstaltungen gemeinsam war, war die Vision und das Engagement der Organisatoren, eine starke Komponente der biblischen Lehre über die Anbetung einzubeziehen. Sie sollte als Grundlage für die Praxis der Anbetung in den verschiedenen Kontexten der Teilnehmer werden.

Es ist mir eine Freude, über einige Dinge zu berichten, die in der weltweiten Kirche im Bereich Anbetung und Lobpreismusik geschehen, und einige Anwendungen für die westliche Kirche aufzuzeigen.

Natürlich können wir Gottes gute Gaben so leicht und schnell korrumpieren, und diese Anbetungsbewegung ist da keine Ausnahme: Anbetung ist in den heutigen Kirchen ein Thema, dem viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und über das viel diskutiert wird – aber allzu oft ist sie eine Hauptquelle für Meinungsverschiedenheiten, Zwietracht und sogar Spaltung.

Das gilt für viele Orte auf der ganzen Welt. Allerdings sollte man hinzufügen, dass dort, wo die Kirche unter schweren Entbehrungen oder Verfolgung leidet, den Stil- und Musikdebatten, die hier so viel Energie verschlingen, wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es ist leider weitgehend ein Produkt unseres geistlichen und wirtschaftlichen Wohlstands ist.

Ein Grund mehr, die biblischen Grundlagen der Anbetung zu lehren: unveränderliche und transkulturelle (eben weil sie biblisch sind) Prinzipien, die unsere gelebte Anbetung untermauern müssen, ganz gleich, welche Form oder welchen Stil diese Praktiken in unseren eigenen örtlichen Gemeinden annehmen mögen.

Anbetung muss immer durch das Wort Gottes geleitet, informiert und bereichert werden. Ein Werk Gottes wird immer mit dem Wort Gottes übereinstimmen und ein Kanal für das Wort Gottes sein.

 

Der Artikel ist Teil des Blogs „Worship Notes“ Volume 6, Number 2, February 2011 und erschien zuerst hier

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