Erfolgsrezept für Musikleiter: Tipp 5 – Die richtige Selbsteinschätzung

Dieser Beitrag ist Teil 5 von 9 in der Serie Erfolgsrezept für Musikleiter

Was macht einen erfolgreichen Musikleiter aus? Meine These lautet: Erfolgreiche Musikleiter lieben ihre Mitarbeiter, indem sie ihnen dienen.

In dieser Blogserie soll es nun darum gehen, wie diese Führungstechnik konkret aussieht. Was ist das Erfolgsrezept für Musikleiter?

Tipp 5: Die richtige Selbsteinschätzung

„Dienende Leiter haben Selbsterkenntnis.“

Jeder Leiter bringt eine Vielzahl an Aspekten in die Aufgabe mit hinein.

Manches davon ist uns in die Wiege gelegt. Wir müssen sie erkennen und entsprechend damit umgehen.

Andere Aspekte wiederum sind veränderbar und formbar. Und genau an diesen Aspekten entscheidet sich oft Erfolg oder Misserfolg in der Führungsaufgabe.

In diesem Beitrag geht es darum, sich selbst richtig einschätzen zu lernen. Das geschieht in drei Richtungen:

Ein kurzer Text von Paulus soll uns gedanklich durch diese Selbsteinschätzung führen:

Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt; sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verwerflich werde. – 1. Korinther 9,26-27

Welches Vorbild bin ich?

Paulus war sich nicht zu schade sein Leben und Wirken als Vorbild für andere anzubieten. Und selbst wenn er es nicht getan hätte, so wären andere Menschen seinem Beispiel gefolgt.

Wir alle sind Vorbilder für unsere Mitarbeiter. Aber was sehen die Menschen in uns?

Zielgerichtet

„Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse“

Leiter laufen nicht ziellos oder unsicher umher. Sie wissen, wohin sie wollen. Alle ihre Entscheidungen und Handlungen werden von diesem Ziel bestimmt.

Vorbildliche Leiter sind handeln berechenbar und entscheiden nachvollziehbar. Sie definieren und kommunizieren ihre Ziele und Motive und handeln danach.

Kennen deine Mitarbeiter deine Ziele für den Dienst und für das Team? Können sie deine Entscheidungen nachvollziehen?

Konzentriert

„ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt“

Das Bild ist fast lächerlich. Ein Boxer, der sein Talent und seine Kraft dafür aufwendet, um indie Luft zu schlagen.

Paulus will hier zeigen, dass er sich nicht von seiner Aufgabe ablenken lässt. Er weiß, was er erreichen will, und jede Aktivität, die ihn davon abhält, ist wie ein Schlag in die Luft.

Der vorbildliche Leiter zeigt keine wirkungslose Aktivität. Jeder Schlag ist präzise und wohlüberlegt. Jede Entscheidung und jede Handlung ist auf Wirkung ausgerichtet.

Denke einmal über deinen Dienstbereich nach. Wo wird viel Wind durch Luftschläge erzeugt? Und wie viel davon hast du selbst verursacht?

Siegeskranz

Die Sportlersprache soll einen wesentlichen Unterschied zwischen dem irdischen Sport und dem Dienst im Reich Gottes aufzeigen. Der Sportler kämpft um zeitlichen Ruhm, der Diener um Ewigkeit.

Der Siegeskranz der antiken Olympioniken verwelkte recht schnell, doch der Siegeskranz der Jünger Jesu aber ist Auferstehung und ewiges Leben.

Lieber Musikleiter, welchen Siegeskranz strebst du an? Den welkenden Kranz der Anerkennung, der gelungenen Auftritte oder der künstlerischen Selbstverwirklichung?

Oder strebst du nach zeitlosem Lorbeer? Nach Frucht für die Ewigkeit in deinen Mitarbeitern und durch deinen Dienst am Reich Gottes?

Welchen Einsatz zeige ich?

„sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn“

Paulus spricht vom Faustkampf, aber die Schläge treffen ihn selbst. Am Leib entscheidet sich, wem der Mensch wirklich gehört und von wem er bestimmt wird.

Selbstdisziplin

Ein Spitzesportler muss akribisch und rigoros trainieren und alles andere dem Ziel „versklaven“. Paulus sagt hier, dass er sich ganz als Diener Christi versteht.

Er tut alles, damit der Auftrag seines Herrn gelingt. Er konzentriert sich auf das Wesentliche.

Prioritäten

Unser Einsatz wird von unseren Prioritäten bestimmt. Wofür haben wir im Dienst immer Zeit? Und wofür nehmen wir uns keine Zeit?

Meine Erfahrung zeigt, dass Musiker eine hohe Einsatz- und Leidensbereitschaft haben. Sie proben stundenlang, kommen früh zum Soundcheck, investieren Zeit und Geld in Handwerk und Equipment und fordern oft die Unterstützung anderer ein, um erfolgreich zu sein.

Das alles liegt in der Natur der Sache, und wenn sich jemand so investiert, wird das Ergebnis dementsprechend sein. Ich sage nicht, dass das falsch ist. Ganz im Gegenteil!

Aber ich habe auch gesehen, dass hinter all diesem vorbildlichen Einsatz leider oft nicht der Dienst am Nächsten steht, sondern etwas ganz anderes.

Lieber Musikleiter. Wofür zerschlägst du deinen Leib? Was lebst du vor an Einsatzbereitschaft und Priorität setzt du?

Welche Gefahr lauert auf mich?

„Damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, etwa selbst disqualifiziert werde“

Die Wettkampfregeln gelten für alle. Für die Leiter wie auch für die Geleiteten.

Sobald sich Leiter darüber hinwegsetzen und die besonderen Privilegien ihrer Position für sich ausnutzen, entsteht eine unnatürliche Spannung zwischen Leiter und Geleiteten. Es wird mit zweierlei Maß gemessen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Leiter sich selbst disqualifizieren.

Wenn du ein Leiter bist, dann haben Gott und deine Gemeinde dich als qualifiziert angesehen. Weißt du, was dich für deinen Dienst qualifiziert hat?

Die Qualifizierung hatte sicher mit

Reflektiere nun an welchen Stellen du in der Gefahr stehst, dich von deinem Dienst zu qualifizieren?

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  1. Comments

    Avatar von Alex

    Vielen lieben Dank für diese wunderbare Themenreihe, die wirkliche unseren Kern anspricht. Lieber Johannes, vielen Dank für deinen wertvollen Dienst.


    1. Comments

      Avatar von Dr. Johannes Schröder
      Dr. Johannes Schröder

      Danke für deine freundlichen Worte. Es ermutigt mich, dass ihr etwas aus diesen Beiträgen mitnehmen könnt.


  2. Comments

    Avatar von Viktor

    Danke Johanes !
    Für wertvolle Gedanken was sehr gut zusammen gefasst sind!
    Gott segne dich!


    1. Comments

      Avatar von Dr. Johannes Schröder
      Dr. Johannes Schröder

      Danke für dein ermutigendes Feedback, mein Freund.